Zorneding - Helga K. liebte ihren 16 Jahre alten BMW mit mintgrüner Individuallackierung. Das war ihr Markenzeichen, wie auch die rote Brille, das pinkfarbene Fahrrad und blaue Wohnhaus. Jetzt wurde ihr das alte Fahrzeug zum Verhängnis.

© sro
Der mintgrüne BMW von Helga Keller-Wolf.
Wegen Eisglätte kam die 58-jährige Künstlerin aus Neukeferloh am Dienstag auf der Bundesstraße zwischen Zorneding und Eglharting ins Schleudern und auf die Gegenfahrbahn, wo sie mit einem BMW-Jeep zusammen knallte. Die Feuerwehr konnte sie noch aus dem Fahrzeugwrack befreien, aber K. erlag wenige Zeit später schon auf dem Weg in die Klinik ihren schweren Verletzungen.
Der Zeitpunkt ihres Todes ist auch deshalb sehr tragisch, da sie sich schon so auf die nächsten Tage gefreut hatte. Es war ein Pressetermin in ihrer derzeitigen Kunstwerkstatt geplant. Der von der Gemeinde Grasbrunn zum 100-jährigen Jubiläum des Ortsteil Neukeferlohs 2009 gegründete Skulpturenweg sollte nach einem Werk von Rudolf Lorenz durch K. sein zweites Kunstwerk erhalten.
Mit ihren wunderschönen, liebevollen und in naiver Kunst bemalten Ostereiern ist die K. bekannt geworden. So hatte sie noch vergangenes Jahr in en Wochen vor Ostern bei Feinkost Käfer in der Prinzregentenstraße einen eigenen Stand, wo sie ihre Eikunstwerke erschuf und verkaufte. In einem Interview bekannte sie damals, dass die bayerischen Zwiebelturm-Kirchen, der Mond und Heißluftballone ihre Lieblingsmotive seien: „Ich weiß eigentlich auch nicht warum, aber diese runde Dinge faszinieren mich einfach.“ Die Malerei sei immer ihre Leidenschaft gewesen, nicht nur auf Eiern: „Ich male einfach immer.“
Vaterstetten war K. Heimat. Dann studierte sie an der Kunstakademie und zog in den 70er Jahren ins eigene Haus nach Neukeferloh, wo sie nach der Trennung vom Ehemann die drei Kinder aufzog.
Ob nun ihr neues Kunstwerk noch vollendet werden kann, und das Holzei auf dem Skulpturenweg eine Heimat finde wird, ist noch unklar. Klaus Korneder bedauert diesen „sehr, sehr tragischen“ Tod seiner Neukeferloher Malerin. Mit einer Skulptur hat sich K. schon verewigt: Der Hahn auf dem Neukeferloher Maibaum stammt aus ihrer Hand. „Der Mensch muss glücklich werden, egal was er macht“, hatte sie einmal gesagt. Helga K. war bis zu ihrem letzten Atemzug glücklich, weil sie malen und kreativ sein konnte.
Von Annette Ganssmüller-Maluche
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