Kirchseeon - Ein Ratsbegehren, das der Kirchseeoner Gemeinderat heute Abend zur Umfahrung beschließen soll, wäre zu kurz gesprungen. Das meint zumindest Heinz Leusmann.

Verkehr durch Kirchseeon – auf der B 304. Foto: sro
Es würde nämlich eine Zusammenlegung von Straße und neuen Gleisen für den Zubringer des Brennerbasistunnels zum jetzigen Zeitpunkt verhindern.
Heinz Leusmann ist Bauingenieur und war in den 1990-er Jahren in der Bürgerinitiative „Lärmschutz an der Bahn“ aktiv. Vergangenen Sommer machte er auf sich aufmerksam, denn ein Tunnel zwischen Trudering und Grafing beim neu zu schaffenden Zulauf zum Brennerbasistunnel hält er für Augenwischerei. Stattdessen hat er aus den ihm seit damals schon vorliegenden Unterlagen herausgelesen, dass die Brückenbauwerke über die Bahngleise zumindest in Kirchseeon so dimensioniert sind, dass sie schon jetzt oder mit geringem Aufwand die beiden neuen Gleise für die Güterzüge aufnehmen könnten.
Leusmann ist der Meinung, dass bei der Planung die beiden neuen Gleise für den Güterfernverkehr Vorrang haben und etwa so verlaufen müssen, wie es jetzt die vom Rosenheimer Straßenbauamt favorisierte Südumfahrung beabsichtigt. Weil Züge aber andere Kurvenradien und Steigungen benötigen, sei eine daran angelehnte Straßenplanung viel flexibler. Die Planskizze dazu hat Leusmann längst gezeichnet. Danach träfen im Süden Eglhartings die Gleise und die Bundesstraße zusammen, würden einen Bogen im Süden um Kirchseeon machen und sich etwa auf Höhe von Pötting wieder trennen: die Straße nördlich weitergehen hinauf zur Ebersberger Südumfahrung die Gleise nach Süden zum jetzigen Bahnkörper abschwenken.
Von Eberhard Rienth
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