Drei Hedwigschwestern halten in Böbing die Stellung

Böbing - Waren in Böbing früher zeitweise bis zu zwölf Hedwigschwestern vor Ort, so ist diese Zahl mittlerweile auf drei geschrumpft. Aber die wollen weitermachen.

„Es gibt keine konkreten Abzugspläne“, versichert Generaloberin Schwester Vincentia vom Mutterhaus in Berlin. Das Heim in Böbing und die Arbeit dort schätze man sehr. „Wir werden noch so lange für unsere Kinder da sein, so lange wir gebraucht werden und bis wir von unseren Herrn abgeholt werden“, sagen die drei in Böbing noch verblieben Ordensschwester Lucia (80), Dolores (83) und Euthymia (73).

Allerdings dürfe man - so die Generaloberin - angesichts Überalterung und Nachwuchsmangel die Augen nicht verschließen. Es müsse erlaubt sein, sich Gedanken zu machen, wie es später weitergehen soll.

Das sieht auch Böbings Bürgermeister Peter Erhard so. „Ohne die Hedwigschwestern und ohne ihr Werk wäre Böbing ärmer“, hatte er vor drei Jahren bei der 150 Jahr-Feier des St.Hedwigsorden festgestellt und hinzugefügt: „Hoffentlich bleiben sie uns noch lange erhalten.“ Auch jetzt betont der Bürgermeister, dass man das Haus in Böbing halten wolle. Und am liebsten wäre es ihm, wenn es die Hedwigschwestern weiterführen würden.

In St. Hedwig in Böbing finden Kinder- und Jugendliche eine dauerhafte oder zeitlich begrenzte Aufnahme in einer familiären Gemeinschaft. Die beiden heilpädagogisch orientierten Wohngruppen können derzeit insgesamt 24 Kinder und Jugendliche aufnehmen.

Sie bieten ihnen Sicherheit und Geborgenheit, individuelle Förderung (heilpädagogische Einzelarbeit, erlebnispädagogische Gruppenangebote), Hausaufgabenbetreuung und Lernhilfen, abwechslungsreiche Freizeit- und Ferienprogramme sowie regelmäßige Heimfahrten. Die Eltern werden über die Entwicklung ihres Kindes informiert, und es gibt eine fachlich begleitete Familienrückführung.

In früheren Jahren waren in Böbing bis zu zwölf Hedwigschwestern vor Ort. Jetzt sind nur noch drei übrig geblieben: Schwester Lucia (80) ist seit zwölf Jahren im Böbinger Kinderheim, das sie auch leitet. Zuvor war sie im Kinderheim St. Hedwig in Lippstadt in der Pädagogischen Abteilung als Leiterin im Einsatz.

Schwester Dolores (83) ist seit 1956 in Böbing. Zuerst war sie im Kindergarten tätig, danach im Kinderheim. Für ihre Verdienste ist sie zur Ehrenbürgerin von Böbing ernannt worden.

Schwester Euthymia (73), die jüngste im Team, ist seit 32 Jahren im Kinderheim in Böbing. Auch sie machte ihre Schwesternausbildung im Mutterhaus in Berlin.

Mit den drei Ordensschwestern allein kann die viele Arbeit in Böbing jedoch nicht bewältigt werden. Deshalb sind im Kinderheim auch 20 bis 25 weltliche Mitarbeiter beschäftigt. Bis vor fünf Jahren haben die Hedwigschwestern auch noch den Böbinger Kindergarten verantwortlich geführt.

  • 0 Kommentare
  • 0 Google+
    schließen