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Weilheim - „Nicht von Null auf Hundert“

„Nicht von Null auf Hundert“

Weilheim  - Wenn sich einer mit dem Wandern auskennt, ist es Dr. Karl Flock. Im Interview mit der Heimatzeitung gibt er wertvolle Tipps rund um das Thema Wandern. 

Dr. Karl Flock ist Arzt und Bergsteiger.

Worauf sollten Wanderer bei der Planung einer Tour achten?

Die Auswahl der geeigneten Tour ist entscheidend. Dabei ist es wichtig, auf Schwächere oder Kinder Rücksicht zu nehmen. Der Wanderer sollte wissen, wie lange er unterwegs ist und sich vorher über die Wetterlage informieren.

Welche Ausrüstung ist zum Wandern erforderlich?

Erst einmal sollte man über ein ordentliches Kartenmaterial verfügen. Dann ist der richtige Rucksack entscheidend. Er sollte je nach Tour ausgewählt werden und in jedem Fall leicht sein und über Hüftgurte verfügen. Und er muss richtig gepackt werden. Entgegen der früheren Meinung, sollte man schwerere Gegenstände eher weiter oben im Rucksack, nah an der Wirbelsäule, verstauen. Außerdem sind die richtige Bekleidung wie Regen- und Sonnenschutz und ausreichender Trinkproviant wichtig. Dabei greift man am besten zu Apfelschorle. Fast der wichtigste Punkt beim Wandern ist das Schuhwerk. Über 60 Prozent aller Wanderunfälle geschehen durch Stolpern oder Umknicken wegen falscher Schuhe. Habe ich die Wahl zwischen einem leichten und einem stabilen Wanderschuh, wähle ich den stabilen. Er sollte auf jeden Fall knöchelhoch sein, eine feste Sohle und ein gescheites Profil haben. Wer zum Beispiel an den Knien vorbelastet ist, sollte auch an Wanderstöcke denken. Diese sind aber nur beim Bergabgehen sinnvoll und sollten richtig eingestellt sein. Dann können sie – nah am Körper und mit dem Schwerpunkt nach vorne eingesetzt – die Knie bis zu ein Drittel des Körpergewichts entlasten.

Welche Verletzungen sind beim Wandern häufig?

Zunächst kommt es sehr oft zu Blasen an Fersen und Zehen, weil der Schuh nicht richtig passt. Dann knicken viele um, weil sie in ihrem Wanderschuh nicht genügend Halt finden. Durch Überbelastung kommt es auch häufig zu Verspannungen der Wirbelsäule und zu Probleme mit den Kniegelenken.

Wie kann der Wanderer vorbeugen?

Wanderanfänger sollten darauf achten, dass sie nicht von null auf hundert durchstarten, sondern regelmäßig trainieren und sich steigern. Dabei ist ein Ausdauertraining zwei- bis dreimal in der Woche à 45 Minuten wichtig. Dann ist Wandern unheimlich gesundheitsfördernd und gut für die Gelenkbewegung und Knorpelernährung. Und auch die Seele wandert mit. Das Hochgefühl bei und nach einer Wanderung ist unbeschreiblich.

Das Interview führte Veronika Stangl

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