Legten einen Kranz nieder: Manuela Vanni und ihr Kollege Antonio Pappalardo. foto: fkn

Kulturreise mit Erinnerung an die schreckliche Vergangenheit

Peißenberg - Der deutsch-Italienische Kulturverein „Azzurro-Bianco“ aus Peißenberg war zum 4. Mal beim Kulturaustausch. Er fand wieder in Larciano statt.

Der enge Kontakt zwischen diesen beiden Orten geht auf eine Freundschaft zwischen den Familien von Maristella Baum, der Vorsitzenden des Vereins, und Stefano Spinelli, Eigentümer des „Borgo Casorelle“ in Larciano, zurück. Sie legten den Grundstein für den Austausch.

Nachdem 2011 Peißenberger Musiker unter der Leitung von Elmar Graf an der Orgel in der Kirche von Larciano gespielt hatten, starteten die Italiener im Frühjahr darauf den Gegenbesuch und sangen in der Kirche St. Barbara. Im Herbst 2012 folgte der 3. Austausch: Mitglieder von „Azzurro-Bianco machten ihre Kulturreise in diesen Teil der Toskana. Und diesmal reisten der Liederkranz-Orchesterverein (LOV) und die Gruppe „Quattro Flauti“ unter Leitung von Andrea Amman mit Bürgermeisterin Manuela Vanni für vier Tage nach Larciano, um gemeinsam mit den Italienern zu musizieren.

Die rund 40 Peißenberger besuchten auch Lucca und Pistoia. Höhepunkte war die Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Massakers von Padule di Fucecchio. Hier, in einem Nachbarort von Larciano, hatte die Wehrmacht im August 1944 ein Massaker veranstaltet. 180 Menschen, vor allem Frauen mit ihren Kindern und alte Leute, wurden ermordet, ihre Häuser niedergebrannt und unsägliches Leid über die Menschen in dieser Gegend gebracht, was bis heute nachwirkt. Vanni legte zusammen mit dem Bürgermeister von Larciano, Antonio Pappalardo, einen Kranz am Mahnmal nieder. Die Bürgermeisterin und der Chorsprecher Thomas Müller sprachen Worte der Trauer und des Bedauerns.

Der Austausch soll weitergehen. So ist für das Frühjahr 2014 ein Gegenbesuch der Italiener in Peißenberg geplant. Es kommen wieder Musiker, und vielleicht auch eine 8. Klasse der Realschule aus Larciano. Der deutsch-italienische Kulturverein „Azzurro-Bianco“ arbeitet bereits daran.

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