Finanzpolster mit Haken

Penzberg - Eigentlich sieht es ganz gut aus mit den Finanzen in Penzberg. Die Stadt hat ein beträchtliches Polster - nur hat das einen Haken.

Die Stadt Penzberg weist erneut die höchste Steuerkraft im Landkreis auf. Dieses Jahr rechnet sie mit 20 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer. Aus der Einkommensteuer sollen heuer 9,7 Millionen Euro fließen.

Stadtkämmerer Thomas Deller bezeichnete den Haushalt als grundsolide und generationengerecht. „Wir stehen bestens da“, sagte er. Die Verschuldung der Stadt Penzberg werde weiter zurückgefahren, bis zum Jahresende auf 1,97 Millionen Euro. Neue Kredite müssen zumindest heuer nicht aufgenommen werden.

Bei der Steuerkraft, so Deller, liege Penzberg auf dem 43. Platz von allen 2031 kreisfreien Kommunen in Bayern. Allerdings weisen die Penzberger Finanzen einen Haken auf, der auf den ersten Blick ein Grund zur Freude ist. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt die Rekordzahl von 65 Millionen Euro an Gewerbesteuern erhalten. Ursprünglich hatte sie mit 18 Millionen gerechnet, im Lauf des Jahres die Erwartungen dann auf 32 Millionen hochgeschraubt, weil plötzlich unvorhergesehene Nachzahlungen zu sprudeln begannen. Am Ende waren es 65 Millionen.

Das Problem ist laut Kämmerer Thomas Deller, dass ein Teil des Geldes womöglich wieder zurückgezahlt werden muss.  Die mögliche Millionen-Rückzahlung hat laut Deller („Das ist alles sehr kompliziert“) noch andere Folgen. So ist die Gewerbesteuer-Umlage, die Penzberg an den Freistaat weiterreicht, heuer sehr hoch. Das führe dazu, dass der Verwaltungshaushalt ein Minus ausweist und aus dem Vermögenhaushalt beglichen werden muss.

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