Weilheim - Auf Wiedersehen, Markus Loth: Die Regenten Weilheims heißen im Fasching Steffi I. von der Märchenwiese und Jim I. von der Partywiese. Für kleine Bürger sind Sabine II. von der Unterhausener Alm und Christoph I. vom Silbersee zuständig.

Prinzessin Steffi I. von der Märchenwiese heißt eigentlich Stefanie Ewald - und ist im wahren Leben alles andere als ein Prinzesschen. „Ich trage sonst nur Jeans und Turnschuhe“, erzählt die dunkelhaarige 20-Jährige. Im Alltag muss es für sie praktisch sein, Steffi Ewald arbeitet nämlich in einem Kinderhort in Tutzing. In Tutzing wohnt die 20-Jährige auch, und zwar mit ihrem Faschingsprinzen in einer Wohnung. Denn der ist auch im echten Leben ihr Traummann.
Zur Faschingsprinzessin der „Narrhalla“ kam Steffi Ewald wie die Jungfrau zum Kinder. „Ich war nie in einer Garde und bin auch nicht besonders tanzbegabt.“ Ihre 13-jährige Schwester dagegen tanzt schon länger bei der Narrhalla-Garde mit, und durch sie kam Stefanie auf die Idee, es als Prinzessin zu versuchen. Nach einem Bewerbungsgespräch - ein Konkurrenzpaar gab es - wurden sie und ihr Freund „engagiert“. „Es ist echt aufregend“, schwärmt die 20-Jährige. „Mein Freund und ich gehen jetzt abends zum Tanztraining, anstatt auf der Couch vor dem Fernseher zu sitzen.“
Auch Stefanies Ewalds Freund Jim Heuer gefällt die Abwechslung. Er war sofort dabei, als seine Freundin ihm vorschlug, sich als Prinzenpaar zu bewerben. „So etwas macht man nur einmal im Leben, es ist eine tolle Erfahrung.“ Als Faschingsprinz trägt der Kfz-Mechaniker nun weißen Anzug statt Blaumann.
Christoph Göbel, der inzwischen die fünfte Klasse der Weilheimer Mittelschule besucht, hatte gleich Lust, Prinz zu werden - musste aber erst noch seine Mutter fragen. Die fand die Idee gut - denn die richtigen Qualifikationen als Prinz bringt ihr Sohn ja mit: „Ich tanze für mein Leben gern“, sagt der Mitglied der Unterhausener Line-Dance-Gruppe „Young Burning Boots“.
Seiner Prinzessin gefällt ebenfalls vor allem das Tanzen - und ihr weinrotes, glänzendes Kleid. Vor den Auftritten dreht ihre Mutter ihr das Haar zu Locken, auf Augen und Mund kommt ein wenig Schminke. Die Neunjährige findet das toll: „Von mir aus kann der Fasching noch ganz lange dauern!“
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