Weilheim - Bis Menschen im Rollstuhl den Weilheimer Bahnhof ohne fremde Hilfe nutzen können, werden noch Jahre ins Land gehen - auch wenn die „Deutsche Bahn“ jetzt mit ersten Planungen zur Barrierefreiheit beginnt. Eine kleine Erleichterung will jetzt der Behindertenbeirat im Landkreis durchsetzen.
Für Rollstuhlfahrer exisitiert derzeit die „mobile Einstiegshilfe“ der Bahn. 24 Stunden, bevor Rollstuhlfahrer mit der Bahn fahren wollen, müssen sie Bescheid sagen, dass sie Hilfe brauchen.
Dazu gibt es die Telefonnummer der Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn. Ein DB-Mitarbeiter sitzt am anderen Ende der Leitung und veranlasst, dass örtliches Bahn-Personal dem Rollstuhlfahrer beim Gelangen aufs Gleis sowie beim Ein-, Um- und Ausstieg hilft. Am Weilheimer Bahnhof gibt es dafür so genannte Hublifter, mit denen Rollstuhlfahrer auf einer Plattform in Höhe des Zugeinstiegs gehoben werden können.
Jedoch: Den Service bietet die Bahn nur zu ganz bestimmten Zeiten an, und zwar montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags und samstags von 8 bis 14 Uhr. Sonntags: gar nicht.
Um dies leisten zu können, bräuchte man einen Partner, so Papst, zum Beispiel einen Sozialdienst wie den BRK oder ein Taxiunternehmen. „Das gab es vor rund sechs, sieben Jahren schon mal“, so Papst. Den externen Dienstleister müsste man zwar ebenfalls mindestens 24 Stunden vorher über die zentrale Nummer der DB informieren. Jedoch könnte die Hilfe für alle Züge - egal ob tagsüber oder nachts - und auch am Wochenende in Anspruch genommen werden.
„Zum Nulltarif geht das natürlich nicht“, sagt Papst. Die Bahn habe zugesichert, den Service finanziell zu vergüten, „wie hoch die Vergütung sein wird, ist eine Frage der Verhandlung.“
Verhandelt wurde derzeit mit möglichen Anbietern: „Um am Bahnhof Weilheim einen erweiterten Service für mobilitätseingeschränkte Reisende anbieten zu können wurden bereits Gespräche mit Sozialeinrichtungen geführt“, teilt eine Bahnsprecherin auf Anfrage mit.
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