Seit zehn Jahren treffen sich die Eurasburger Senioren regelmäßig im Mehrzweckraum des Rathauses. Vor kurzem nun wurde das Jubiläum gefeiert. Dabei wurden drei langjährige Helferinnen verabschiedet und ein großes Problem diskutiert: Dass den Senioren der Nachwuchs fehlt.
„Viele glauben, wir würden hier nur über Krankheiten reden und uns gegenseitig was vorjammern, aber das ist ein Schmarrn“, sagte die 82-jährige Hannelore Schottenheim aus Beuerberg. Nicht Krankheiten, sondern viele andere Themen wie Familie, Kinder, Enkelkinder und Kochen werden besprochen. Das Wichtigste aber sei, dass man miteinander lachen und seinen Alltag mal hinter sich lassen könne.
Auch treffe man Frauen und Männer der eigenen Generation, mit denen man über die Vergangenheit sprechen könne. So ließen sich beispielsweise Kriegserlebnisse aufarbeiten, über die man mit den Jungen nicht reden könnte. Eine ältere Dame, die fast ein Jahr lang im Krankenhaus gewesen war, kommt Schottenheim zufolge nun wieder regelmäßig zum Seniorennachmittag. Sie werde von den anderen aufgebaut. „Es ist herrlich, wieder mit ihr beieinander zu sein“, sagt sie. Die 82-Jährige bedauert indes, dass „die Alten“ in der heutigen Gesellschaft nicht mehr gern gesehen werden. Doch wer nicht alt werden wolle, müsse jung sterben.
Altbürgermeister Hans Fischhaber (77) ist mittlerweile auch regelmäßiger Gast beim Seniorennachmittag. Nach den Gründen gefragt, warum viele ältere Eurasburger offenbar davor zurück schrecken, zu dem Treffen zu kommen, verweist er lachend auf seinen Vater als Beispiel: „Als der 80 Jahre alt war, hat er gesagt, er würde sich doch nicht bei den alten Weibern zum Ratschen hinhocken.“ Fischhaber selbst ist da offener und kommt gerne. Er sitzt in kleiner Männerrunde am Tisch, und alle sind sich einig: Wir haben noch nie das Problem gehabt, dass wir nicht gewusst hätten, worüber wir uns hätten unterhalten sollen. Beliebtes Thema bei den Herren: Kommunalpolitik. (njd)















