Unterricht im eigenen Klassenzimmer

Mit Homers Hilfe Griechisch lernen

Geretsried - Ihre kulturellen Wurzeln, vor allem aber ihre Muttersprache sollen die Kinder griechischer Eltern nicht vergessen. Vor kurzem wurde zu diesem Zweck der Verein „Omiros“ gegründet.

„Omiros“ heißt Homer. Der große griechische Dichter ist der Namensgeber für den wieder belebten Geretsrieder Verein. Bereits in den 1970er Jahren gab es eine Griechische Schule. Kinder mit griechischen Eltern oder einem griechischen Elternteil lernten in der Karl-Lederer-Grundschule am Nachmittag deren Muttersprache. Bis 1989 wurde der Unterricht von der griechischen Regierung bezuschusst. Dann wurden die Mittel eingestellt, und die Geretsrieder Initiative löste sich auf. Heute besuchen rund 50 griechischstämmige Mädchen und Buben der zweiten und dritten Generation die Karl-Lederer-Grundschule. „Sie sollen ihre Wurzeln nicht vergessen“, sagt Maria Tibaba.

Die Mutter von siebenjährigen Zwillingen rief deshalb Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit einer Handvoll weiterer Engagierter den Verein „Omiros“ ins Leben. In der Grundschule wurde ein Klassenzimmer eigens für den Neugriechisch-Unterricht am Freitag- und Samstagnachmittag eingerichtet. Die weiß-blaue hellenische Flagge hängt an der Wand, daneben sind die 24 Buchstaben des griechischen Alphabets angebracht, von dem sich das kyrillische ableitet. Bastelarbeiten und Bilder aus der Ursprungsheimat schaffen eine gemütliche Atmosphäre.

Für sie sorgt aber vor allem Maria Papatheodorou. Seit Juli lebt die junge Frau aus Thessaloniki in Deutschland, davor hat sie fünf Jahre als Erzieherin in verschiedenen Kindergärten in Griechenland gearbeitet. Es habe „wirtschaftliche Probleme“ gegeben, sagt sie in gutem Deutsch und fügt vielsagend hinzu: „die Krise“. Für „Omiros“ betreut sie nun die Erst- und Zweitklässler, für die Dritt- und Viertklässler ist die Gymnasiallehrerin Eleni Krapi aus Holzkirchen zuständig. Maria Papatheodorou spricht im Unterricht fast nur Griechisch. Neben der schwierigen Schrift und der Grammatik lehrt sie Heimatkunde, singt mit den Kindern griechische Lieder und übt Gedichte mit ihnen ein. Doch auch die Sitten und Werte der deutschen Gesellschaft werden vermittelt. Das alles passiert völlig ohne Druck. (tal)

Mehr dazu lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur.

  • 0 Kommentare
  • 0 Google+
    schließen