Wolfratshausen - Das Musikfestival im D’Amato wird zum kulturellen Lichtblick in Wolfratshausen

Wenn das Wolfratshauser D’Amato in der Loisachpassage bisher als kleine italienische Bar mit gelegentlicher Live-Musik gehandelt wurde, dann ist es spätestens jetzt, nach dem großen Jubiläumsfest am vergangenen Wochenende, zu einem echten Musikclub herangewachsen, der sich als kleiner Bruder zwischen Geltinger Hinterhalt und Habacher Village durchaus behaupten kann. Im Rahmen von „Zwei Jahre Live-Musik im D’Amato“ präsentierten Barbesitzer Michel Amato und sein Team an zwei Abenden jeweils sechs Stunden Live-Musik am Stück.
Drumsets und Saxophone wurden rein und raus getragen. Musiker kamen, blieben und mischten sich unters dichtgedrängte Publikum. Obwohl auf der kleinen Bühne ein permanenter Umbau stattfand, gab es keine Verschnaufpausen. So schnell wie die einen von der Bühne runter waren, scharrten die anderen schon ungeduldig mit den Hufen, um als nächstes dran zu kommen. Sie alle wollten Musik machen auf einer kleinen Bühne mit einer großen Atmosphäre.
Akustisch, brachial und mit Ganzkörpereinsatz beschreibt sich die Wolfratshauser Band „3 Of Us“ mit Walter Autsch (Gitarre) Anette Glück (Saxofon, Flöte und Gesang) und Stefan Martner (Bass). Sie interpretieren auf ihre eigene Art Zucchero, Simon & Garfunkel, den Welthit „My Sharona“ von The Knack und bekannte Songs aus dem aktuellen Popgeschehen. Mit viel Gefühl für den richtigen Moment streute Sängerin Anette Glück ihr gekonntes Saxophon- und Flötenspiel ein und ließ dabei genug Raum für ihre soulig-rauchige Stimme. Anette Glück und ihre Band waren definitiv ein Glücksgriff des Abends.
Festival heißt auch: buntes Programm aus vielen Musikstilen. Demzufolge mischten sich Liedermacher wie Stefan Weyerer mit eigenen Songs und „Schlagsaitn“ (Willi Sommerwerk und Achim Kajerski) mit gecoverten STS-Versionen zwischen die Country- und Rockmusiker. So erfolgreich der Samstag war, so erfolgreich war laut Barbesitzer Amato auch schon der Freitag mit nochmal so vielen Gigs und ebenso vielen Besuchern. Insgesamt gestalteten rund 70 Musiker das Festival. „Ist das nicht echte Kultur, Leute?“ rief Anette Glück begeistert ins Publikum. Ein „kultureller Lichtblick in Wolfratshausen“, wie sie findet, und „ein toller Platz für Musiker“ wie Liedermacher Stefan Weyerer aus München ergänzte. (web)
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