Elf Viertklässler mit attestiertem Förderbedarf besuchen zur Zeit die Münsinger Grundschule. Diese Mädchen und Buben sind entwicklungsverzögert, weisen leichte geistige Behinderungen auf oder sind sozial-emotional gestört. Vier Jahre lang stellten diese Einschränkungen kein Problem dar. Die Kinder wurden zuerst in so genannten Kooperationsklassen gemeinsam mit ihren nicht behinderten Mitschülern unterrichtet und seit dem Schuljahr 2011/2012 im Modell Inklusionsschule.
Wie berichtet war die Einführung des Modells, das im Landkreis bisher einzigartig ist, keine leichte Geburt. Nur dank des großen Engagements von Schulleiterin Angelika Banner, den Lehrern und Eltern funktioniert es jetzt immer besser. Auch das Kultusministerium hat auf vielfaches Drängen von Schule und Gemeinde heuer mehr Lehrerstunden bewilligt.
Doch nun verlässt die erste Generation von „I-Kindern“, wie Rektorin Banner die Inklusionsschüler nennt, das behütete Nest - und trifft auf eine „völlig unvorbereitete Schullandschaft“. Doch viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder mit erhöhtem Förderbedarf weiterhin gemeinsam mit ihren Freunden zur Mittelschule oder vielleicht sogar auf die Realschule oder das Gymnasium gehen können. Zwei der elf Viertklässler würden den für Realschule und Gymnasium erforderlichen Notendurchschnitt wohl erreichen, sagt Banner. Die Übertrittszeugnisse werden im April ausgestellt. Von den übrigen neun Schülern haben Banners Einschätzung nach etliche das Zeug für die Mittelschule. Es könne nicht sein, dass Inklusion in Kindergarten und Grundschule gelebt werde, um die I-Kinder dann doch auf eine Förderschule schicken zu müssen, sagt sie. (tal)















