Der bundesweit organisierte Fahrgastverband Pro Bahn schließt sich der Kritik an, dass die Planfeststellungsunterlagen für die Verlängerung der S 7 von Wolfratshausen nach Geretsried nicht im Internet zu finden sind. „Wir sind mittlerweile im 21. Jahrhundert, die Nutzung digitaler Systeme spart Zeit und Nerven aller Beteiligten“ stellt Andreas Barth, Sprecher des Fahrgastverbandes in München, fest. Die Regelungen, aufgrund derer die Bahn eine Veröffentlichung der Pläne im Netz ablehnt, stammen laut Barth aus einer Zeit, „wo eine Veröffentlichung im Internet schlicht und ergreifend noch nicht vorstellbar war und demzufolge auch nicht vorgeschrieben werden konnte“.
Heutzutage sei es bei Eisenbahnprojekten üblich, den Bürgern alle Unterlagen digital zur Verfügung zu stellen. Als Beispiel nennt Pro Bahn das Raumordnungsverfahren zur Fehmarnbelt-Querung in Schleswig-Holstein sowie die Planfeststellung zur Bahnumgehung von Sande, einer 9000-Seelen-Gemeinde in Niedersachsen. Barth: „Was in Norddeutschland möglich ist, muss erst recht in Bayern funktionieren.“ Er fordert die Deutsche Bahn mit Nachdruck auf, noch kurzfristig die Unterlagen in digitaler Form im Internet bereitzustellen. Die öffentliche Auslegung der Pläne endet wie berichtet am 13. Februar.
Am Vorgehen der Bahn wird sich jedoch nichts ändern. Die von Pro Bahn angeführten Beispiele seien mit dem Planfeststellungsverfahren zur S 7-Verlängerung nicht vergleichbar, sagt Bahnsprecher Bernd Honerkamp. Aufgrund des Urheberrechtes der Streckenplaner komme die Einstellung der Unterlagen ins weltweite Netz nicht in Frage. „Das sind alles Ausreden, die Bahn will die Unterlagen einfach nicht ins Netz stellen“: Das sei seine ganz persönliche Meinung, sagt Wolfratshausens Bürgermeister Helmut Forster. (cce)
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