Geretsried/Wolfratshausen - Nach der Infoveranstaltung der Bahn in der vergangenen Woche stand bei den Stammtischen sowohl der Geretsrieder als auch der Wolfratshauser CSU das Thema S-Bahn im Zentrum.
Beim Geretsrieder CSU Stammtisch wurde die Ansicht laut, dass den Problemen der Stadt Wolfratshausen zu viel Aufmerksamkeit gewidmet werde. „Diskutiert wird nur der neuralgische Punkt, die Schranke an der Sauerlacher Straße. Was links und rechts der Trasse ist, wird vergessen“, meinte Ortsvorsitzender Ewald Kailberth. Franz Wirtensohn lenkte den Blick auf die Belastungen, die auf Geretsried zu kommen. „Damit die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgeht, zahlt Gelting einen hohen Preis“, sagte er. Ausdrücklich nannte Wirtensohn den Bahnsteig, der fast bis zum Kindergarten reiche. „Das ist nicht die optimale Lösung für mich“, sagte er. Wirtensohn forderte, noch einmal nachzudenken und sich dafür einzusetzen, ob „sich noch etwas ändern lässt“.
Vor zu vielen Änderungswünschen warnte Gerhard Knill: „Schon jetzt ist die 20-jährige Planungsphase für den Bürger nicht nachvollziehbar“, sagte er. „Was auf dem Tisch liegt, ist eine gute Planung, und Wolfratshausen hat nicht viele Chancen, realisierbare Alternativen zur Schranke aufzuzeigen.“
Die Anwesenden bedauerten, dass zudem keinerlei Bezug auf die Folgen für Wolfratshausen genommen wurde. „Selbst die Frage von Bürgermeister Helmut Forster nach den Folgekosten für die Kommune ist am Mittwoch nicht beantwortet worden“, sagte Alfred Fraas. Dabei sei es seiner Ansicht nach „absehbar, dass die Schranke als Gefahrenquelle spätestens in ein paar Jahren wieder beseitigt werden muss“.Land und Bund hätten längst ein milliardenschweres Förderprogramm laufen, um genau solche höhengleichen Bahnübergänge, wie er in Wolfratshausen geplant ist, wieder abzuschaffen. „Dann bleibt nur, die Sauerlacher Straße tiefer zu legen“, sagte Fraas. „Und dann haben wir ein wirkliches Jahrhundertbauwerk, einen Grand Canyon und die größte Katastrophe zugleich.“ Richard Kugler bekräftigte: „Wir werden uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Schranke wehren.“ (Siggi Niedergesäss) (cjk)
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