Gräfelfing - Am Donnerstag haben 4000 Bände aus den ehemaligen Beständen von Georg P. Salzmann ihren langen Weg in die Hände der Benutzer geschafft.

Die „Bibliothek der verbrannten Bücher“ ist nun in der Universität Augsburg erstmals der Öffentlichkeit zugänglich; der Lochhamer Sammler Georg P. Salzmann sieht sein Lebenswerk vollendet und ist glücklich darüber. Foto: dpa
Die Bibliothek der Universität Augsburg feierte die Eröffnung ihrer Sonderausstellung „Bibliothek der Verbrannten Bücher“, bestückt mit den Sammelbänden des Lochhamers, in einem kleinen Festakt. Damit wird die Salzmann-Sammlung ziemlich genau ein Jahr nach ihrem Umzug von Lochham in die Uni Augsburg allen interessierten Studenten zugänglich gemacht. Pünktlich zum Tag der Offenen Universität unter dem Motto „Schatzinsel des Wissens“ haben die Exemplare aus der Feder meist exilierter Autoren, deren Werke von den Nationalsozialisten dem Feuer übergeben wurden, ihren Ehrenplatz im Regal erhalten. „Ich freue mich natürlich sehr“, gibt der 81-Jährige Georg P. Salzmann unumwunden zu. „Etwas Schöneres kann sich der Mensch nicht wünschen, als noch zu Lebzeiten eine solche Ehrung erleben zu dürfen“.
Die beiden seiner Kollektion vorbehaltenen Räume im Gebäude der Universitätsbibliothek beherbergen ab jetzt auch Arbeitsplätze für alle, die anhand des einmaligen Textmaterials ihre Forschungen vorantreiben wollen. Literaturwissenschaftler und Kollegen aus anderen Fakultäten, vor allem aber Studenten bekommen Zugang zu den Arbeitsunterlagen.
„Ich bin froh, dass wir das geschafft haben“, sagt der Bibliotheksleiter seinerseits ganz spontan. „Die Autoren haben wir nach Alphabet bearbeitet, ein Großteil der Autoren-Liste ist inzwischen abgearbeitet“, berichtet er und zeigt sich stolz darüber, dass der Katalog zur Gänze aus eigenen Mitteln bestritten worden ist.
Der eine oder andere besonders wertvolle Titel verbleibt vorläufig in den Händen der Konservatoren. Ein weiterer Teil der 12 000 Bände, meist Doubletten, lagert erst mal im Magazin. „Ein paar besondere optische Leckerbissen sind aber bereits oben in der Vitrine zu besichtigen“, sagt Salzmann sichtlich erfreut.
Nach dem Grußwort des Vizepräsidenten, Professor Alois Loidl, und einer Einführung durch Hohoff bestritten am Donnerstagnachmittag drei Professoren das Festprogramm. Mathias Mayer, Eva Matthes und Marita Krauss würdigten Schriftsteller wie Karl Kraus, Helene Stöcker und Lion Feuchtwanger. Die Schauspielerin Eva Maria Keller, Ensemblemitglied der Städtischen Bühnen Augsburg, war als Rezitatorin ebenfalls mit von der Partie. Für Detailfragen stand der Sammler selbst den Festgästen auskunftsfreudig zur Verfügung.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.