Kindergarten St. Stefan: Landratsamt fordert teures Brandschutzkonzept

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    • 27.02.13
    • Gräfelfing
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Kindergarten St. Stefan: Landratsamt fordert teures Brandschutzkonzept

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Gräfelfing - Die Gräfelfinger Kirchengemeinde St. Stefan muss für ihren Kindergarten ein teures neues Brandschutzkonzept umsetzen. Doch die Gemeinde hilft.

Ana, Maja und Luan (v.li.) weben mit Erzieherin Astrid Demme: Der Kindergarten St. Stefan bekommt ein neues Brandschutzkonzept, und die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten. foto: js

Ana, Maja und Luan (v.li.) weben mit Erzieherin Astrid Demme: Der Kindergarten St. Stefan bekommt ein neues Brandschutzkonzept, und die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten. foto: js

Die in letzter Zeit verschärften Brandschutzauflagen kommen Gemeinden und Betreiber öffentlicher Einrichtungen teuer zu stehen - vor allem, wenn es sich um die Nachrüstung eines Altbaus handelt. Jetzt traf es die Kirchengemeinde St. Stefan in Gräfelfing. Doch die politische Gemeinde will bei der Finanzierung helfen.

Bei einer routinemäßigen Begehung stellte die Kindergartenaufsicht des Kreisjugendamtes München fest, dass ein Werkraum im Untergeschoss keinen zweiten Rettungsweg hatte. Bei einer folgenden Nachschau des Landratsamtes habe sich gezeigt, „dass einige Räume im Untergeschoss als Aufenthaltsräume genutzt werden, die in der Eingabeplanung aus dem Jahr 1973 als Abstellräume ausgewiesen sind“, teilte Pfarrer Anton Schönauer der Gemeinde schriftlich mit.

In der Folge forderte das Landratsamt einen Bauantrag zur entsprechenden Nutzungsänderung dieser Räume. Und hier setzt das eigentliche Problem ein: Zwar existieren Rettungswege faktisch, doch genießen sie bauplanungsrechtlich aus Sicht der Behörde keinen Bestandschutz. Daher benötige der Kindergarten ein umfassendes, neues Brandschutzkonzept. Und dessen Umsetzung kostet viel Geld. Ganze 90 000 Euro errechneten die Architekten Pollok und Gonzalo im Auftrag der Kirchengemeinde. Ohne dieses Konzept dürfen die Räume, die als Schlafraum, Musikzimmer, Werkraum und Personalbesprechungszimmer dienen, nicht mehr genutzt werden. Sprich: Der Kindergarten müsste seinen Betrieb stark herunterfahren.

Das ist das Letzte, was die politische Gemeinde will. 2. Bürgermeister Peter Köstler hatte bereits im Ausschuss für soziale Angelegenheiten, Schul-, Kultur- und Sportfragen betont: „Dieser viergruppige Kindergarten ist ein wesentlicher Bestandteil unseres gesamten Systems. Die Kirchengemeinde leistet hier eine kommunale Pflichtaufgabe.“ Und Bürgermeister Christoph Göbel bekräftigte in der Sitzung des Gemeinderates am Dienstag: „Es handelt sich um den ältesten Kindergarten in Gräfelfing, und wir sind sehr froh, dass es ihn gibt.“ Der Gemeinderat sah das genauso und stimmte einmütig der beantragten Kostenbeteiligung zu. Etwa 75 Prozent der Gesamtsumme trägt das Ordinariat, die verbleibenden 25 000 Euro teilen sich die Kirchengemeinde und die Kommune, die 15 000 Euro beiträgt. Köstler: „Wir sind rechtlich nicht dazu verpflichtet, aber moralisch sehr wohl.“

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