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Morphosys: Göbel schließt Alleingang aus

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031.08.10|Würmtal|Würmtal|
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Artikel: Morphosys: Göbel schließt Alleingang aus

Würmtal - Die Gespräche zwischen Gräfelfing und Planegg sowie der Firma MorphoSys bezüglich einer Ansiedlung auf dem Martinsrieder Feld gehen weiter. Dabei sind diffizile Themenfelder erreicht.

„An dem Ziel, MorphoSys auf dem Weg eines gemeinsamen Gewerbegebietes zu halten, hat sich nichts geändert“, sagt Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel. Eine Feststellung, die angesichts der bekannt zögerlichen Haltung der Gemeinde Planegg vonnöten erscheint. Im Merkur-Gespräch verhehlte Göbel allerdings nicht, dass es eine Herausforderung sei, „die Vorstellungen und den Zeitplan der Firma sowie rechtliche Fragen“ unter einen Hut zu bringen.

So habe sich herausgestellt, dass ein gemeinsamer Bebauungsplan der beiden Kommunen nicht in Frage komme, weil die Fläche für das zukünftige Gewerbegebiet zwar an der Ortsgrenze, jedoch allein auf Gräfelfinger Gemarkung liege.

Zudem sei es etwa schwierig, das Baurecht für das gesamte MorphoSys-Vorhaben in allen Bauabschnitten bereits zu sichern, weil es den Regionalen Grünzug betreffe, was langwierige planungsrechtliche Verfahren bedinge. Umgekehrt sei es die Frage, inwieweit nur eine Teil-Sicherung des Baurechts der Firma für eine Festlegung genüge.

Zudem könnte es beispielsweise sein, dass aus Gründen des Natur- und Artenschutzes ein bestimmter Abstand zur Waldkante einzuhalten sei. Dies habe dann zur Folge, dass mehr in die Höhe als in die Fläche gebaut werden müsse - ein Umstand, der nicht unbedingt den Interessen von MorphoSys entsprechen müsse.

Gräfelfings Bürgermeister wies auch freimütig darauf hin, dass nicht nur Planegg ein (finanzielles) Interesse daran habe, MorphoSys zu halten; auch für Gräfelfing sei es von struktureller Bedeutung, ob der Branchenprimus der Biotech im Würmtaler Cluster bleibe oder nicht. Göbel: „Das ist keine Luxusfrage.“

Gleichwohl gebe es „Grenzen des Machbaren“. So sei für ihn ein Alleingang Gräfelfings bei der MorphoSys-Ansiedlung ausgeschlossen. Im Umkehrschluss heißt das laut Göbel freilich auch: „Wenn Planegg die Rote Karte zeigt, ist das Projekt gestorben. Das sollen sie wissen - mit allen Konsequenzen.“ Die aktuellen Gespräche würden vor allem von den Gräfelfinger Untersuchungsaufträgen leben (wir berichteten). Mit einer Entscheidung nach sorgfältiger Prüfung und Diskussion rechnet Göbel in den nächsten zwei bis drei Monaten.

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