Gemeinde Planegg kündigt Misu-Pächter

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    • 20.02.13
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Gemeinde Planegg kündigt Misu-Pächter

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Planegg - Die Gemeinde Planegg will den Pächter des Restaurants Micasa-Sucasa, Andre Bahlo, loswerden. Seit Juni 2012 hat dieser weder Pacht noch Betriebskosten bezahlt.

Hofft noch auf eine Einigung: Misu-Pächter und Geschäftsführer Andre Bahlo. a-foto: sauer

Hofft noch auf eine Einigung: Misu-Pächter und Geschäftsführer Andre Bahlo. a-foto: sauer

Die Gemeinde Planegg und Andre Bahlo (40), Pächter des im Besitz der Gemeinde befindlichen Restaurants Micasa-Sucasa, kommunizieren seit Monaten nur noch über Anwälte. Die Gemeinde wirft Bahlo vor, seit Juni 2012 weder den monatlich vereinbarten Pachtzins in Höhe von 7880 Euro zu bezahlen, noch die Betriebskostenvorauszahlung (1800 Euro) zu leisten. Am 31. Dezember 2012 beliefen sich die Forderungen der Gemeinde gegenüber Bahlo auf 141 157 Euro. Und auch im Januar und Februar hat Bahlo bisher nichts bezahlt. Die Gemeinde kündigte dem 40-Jährigen deshalb bereits im vergangenen Jahr fristlos. Doch Bahlo ignorierte die Kündigung, woraufhin Planegg einen Anwalt einschaltete. Seitdem dauern die juristischen Geplänkel an.

Das Fass zum Überlaufen brachte jetzt ein Zeitungsartikel, in dem über das „Pescheria“, ein neues, hochpreisiges Fischrestaurant am Münchner Gärtnerplatz berichtet wurde. Geschäftsführer: Andre Bahlo. 250 000 Euro sollen Bahlo und seine Partnerin dort investiert haben, unter anderem in edle Fliesen aus dem 18. Jahrhundert. Im Planegger Rathaus riss den Verantwortlichen daraufhin der Geduldsfaden. Die Kanzlei Kratzer&Partner strengte im Namen der Gemeinde eine Räumungs- und Zahlungsklage vor dem Landgericht München an. Im neuesten Schriftsatz heißt es: „Nachdem die Beklagten (Bahlo, Anm.d.R.) den Gastronomiebetrieb in Planegg auf Kosten der Gemeinde zu optimalen wirtschaftlichen Konditionen führen, stand auch der Expansion des Beklagten offensichtlich nichts mehr im Wege.“ Die Tatsache, dass Bahlo Geld in ein neues Fischrestaurant investiert, empfindet die Gemeinde „als Schlag ins Gesicht“, heißt es in dem Schriftsatz weiter. „Was die Beklagten hier betreiben, ist nichts anderes als modernes Miet-Nomadentum.“

Weil Bahlo seine Verbindlichkeiten gegenüber der Gemeinde mit vermeintlichen „Beeinträchtigungen“ gegenrechnet, und deshalb ein Urteil auf sich warten lässt, haben Kratzer&Partner beim Landgericht ein so genanntes Teil-Urteil beantragt. Dadurch will die Kanzlei zumindest die Räumungsklage möglichst rasch durchbekommen, denn der Gemeinde sei es „nicht mehr zumutbar, den weiteren Verlauf des Verfahrens abwarten zu müssen“.

Bahlo, der seit acht Jahren das Micasa führt, hofft, den Streit mit dem Rathaus beilegen zu können. „Wir sind bereit, die Vergangenheit ruhen zu lassen und auf die Gemeinde zuzugehen. Die Gemeinde selbst muss sich aber auch bewegen. Es kann nicht in ihrem Interesse sein, dass wir das Misu aufgeben. Der Erfolg gibt uns Recht.“ Der 40-Jährige verweist auf die hohen Kosten für Personal, Pacht, Strom und Gas und sagt: „Das muss erstmal jemand wuppen.“

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Kommentare

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kl-ing22.02.2013, 08:32
(20)(0)

Dort möchte man doch gern einen gemütlichen Abend verbringen, und wenns ans Bezahlen geht, darauf bestehen, den Betrag direkt an die Gemeinde zu überweisen...

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