Die neue Firmenzentrale von Imtech im Planegger Gewerbegebiet Steinkirchen ist nach der Entlassung von 40 Mitarbeitern überdimensioniert. Die Fertigstellung des 48 Millionen Euro teuren Baus ist für 2014 vorgesehen. foto: sauer

Imtech in der Krise

Planegg - Die Krise des niederländischen Unternehmens Imtech hat Folgen für den Standort Planegg. Der Energie- und Gebäudetechnikspezialist hat knapp zehn Prozent seiner Belegschaft entlassen.

Im Planegger Gewerbegebiet Steinkirchen entsteht derzeit die neue Firmenzentrale von Imtech für den südostdeutschen Raum, nur wenige Meter vom alten Standort in der Behringstraße entfernt. Die Ausmaße der Immobilie suchen in Planegg ihresgleichen: 24 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche verteilt auf fünf Etagen, Büros für 350 Mitarbeiter und eine Tiefgarage mit 283 Stellplätzen. Die Freude bei Imtech über den repräsentativen neuen Firmensitz ist aber stark getrübt. Denn das Unternehmen durchlebt momentan eine der größten Krisen in der 150-jährigen Firmengeschichte. Nach millionenschweren Abschreibungen in Deutschland und Polen hat der niederländische Energie- und Gebäudetechnikspezialist europaweit 1300 Arbeitsplätze gestrichen, in Planegg mussten 40 Mitarbeiter gehen. Die Belegschaft schrumpfte damit von 470 auf 430 Beschäftigte. Der Stellenabbau sei „sozialverträglich“ abgelaufen, sagt Unternehmenssprecher Harald Prokosch im Merkur-Gespräch.

Wegen der gesunkenen Mitarbeiterzahl ist die neue Firmenzentrale nun aber überdimensioniert. Der Bau sei zu weit fortgeschritten, um jetzt noch Änderungen vorzunehmen, sagt Prokosch. „Wir überlegen deshalb, einen Teil des Gebäudes unterzuvermieten.“ Dies gilt für den Neubau ebenso wie für den bestehenden Firmensitz in der Behringstraße. Dazu muss die Unternehmensleitung aber erst eine Einigung mit dem Investor erzielen. Imtech selbst tritt in Steinkirchen nämlich nicht als Bauherr auf. Eigentümer ist das Hamburger Emmissionshaus Paribus, das zur Finanzierung des Objekts (Investitionsvolumen 48,1 Millionen Euro) einen geschlossenen Immobilienfonds aufgelegt hatte. Inzwischen ist der Fonds wegen der Krise von Imtech vom Vertrieb ausgesetzt, wie der Homepage von Paribus zu entnehmen ist. Denn ob der Energie- und Gebäudetechnikspezialist die vereinbarten Mietzahlungen von rund 2,5 Millionen Euro im Jahr über die Vertragslaufzeit von 20 Jahren zu leisten imstande ist, kann heute niemand garantieren.

Der Neubau schreitet dennoch weitgehend nach Zeitplan voran. Die Wände sind schon seit etlichen Wochen hochgezogen, derzeit wird der Innenausbau vorangetrieben. Im ersten Halbjahr 2014 soll die Immobilie bezugsfertig sein, so Imtech-Sprecher Prokosch.

Planeggs Wirtschaftsreferentin Bärbel Zeller hat in Erfahrung gebracht, dass die Situation bei der Planegger Imtech-Dependance weit weniger schlimm ist als im Norden der Republik. „Die Auftragslage bei der hiesigen Zentrale von Imtech ist gut.“ Bürgermeisterin Annemarie Detsch stehe in regelmäßigem Kontakt mit der Firmenleitung. Zeller: „Imtech ist einer der größten Arbeitgeber. Die Gemeinde beobachtet die Entwicklungen deshalb mit Argusaugen.“

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