Gräfelfing - Georg P. Salzmann ist am Ziel: Am Freitag wurde der Kaufvertrag für seine einzigartige Büchersammlung unterzeichnet. Sie geht für 410 000 Euro an die Uni Augsburg.

Vetragsunterzeichnung: (v.l.) Alois Loidl , Miniter Wolfgang Heubisch , Georg P. Salzmann und Wolfram Kastner. Foto: Haag
Es war der große Tag in seinem Leben. Im Kaminzimmer des Wissenschaftsministeriums setzte Georg P. Salzmann am Freitag seine Unterschrift unter den Kaufvertrag zu seiner Bibliothek. Damit gingen die 12 000 Bände von Autoren, deren Werke der nationalsozialistischen Bücherverbrennung zum Opfer fielen, in den Besitz der Universität Augsburg über.
„Heute habe ich mein Lebenswerk zum Abschluss gebracht“, sagte der Lochhamer in seiner Dankesrede. Er kämpfte mit Tränen der Rührung. Neben Salzmann unterzeichneten Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, der Vizepräsident der Universität Augsburg, Alois Loidl, sowie Wolfram Kastner von der Aktion Patenschaften, das Dokument. Heubisch lüftete auch das Geheimnis um die Kaufsumme. Sie beträgt 410 000 Euro. Den Löwenanteil bestritt die Universität Augsburg, daneben beteiligte sich die Stadt Augsburg. Einen Beitrag von staatlicher Seite leisteten weiter die Landeszentrale für Politische Bildung, die Bayerische Landesstiftung und das Wissenschaftsministerium.
Der Wunsch des Sammlers, die Exponate besonders auch der Jugend zugänglich zu machen, verwirklicht sich in Projekten mit der gymnasialen Oberstufe, in Wanderausstellungen und Führungen für Schulklassen. „Wir sind auch gern bereit, dem NS-Dokumentationszentrum München Doubletten als Dauerleihgabe anzubieten“, stellte Hohoff in Aussicht. Ein Attraktion sind, ganz im Sinn von Georg Salzmann, die kommentierten Neuausgaben. Er lege „sein Ziehkind nun in jüngere und berufenen Hände“, sagte dieser. „Schon jetzt freue ich mich auf die Zusammenarbeit.“ Es seien schließlich immer noch „einige schmerzliche Fehlstellen“ aufzufüllen.
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