029.07.10|Würmtal|Würmtal|6
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Martinsried - Gegen das neue Verkehrskonzept für Martinsried regt sich in der Bürgerinitiative Martinsried (BIM) heftiger Widerstand. Sie strebt ein Bürgerbegehren an.

Barbara Gutmann: „Wenigstens soll Martinsried wirtschaftlich erblühen.“
Bei der Diskussion am Mittwochabend in der Gaststätte Schienhammer malte BIM-Vorsitzende Barbara Gutmann ein Schreckensszenario aus immens steigendem Durchgangsverkehr und einer Flut parkender Autos an die Wand. Gemeinderat Peter von Schall sprach gar von einem „Auto-feindlichen Konzept“. Der zweite Planegger Bürgermeister Peter Heizer versuchte dagegen jeglicher Diskussion von vorneherein aus dem Weg zu gehen. Das Konzept sei bisher „nur eine Vision“, über die genaue Durchführung werde im Gemeinderat noch ausführlich diskutiert.
Das Verkehrskonzept, das auf die Veränderungen durch die kommende U-Bahn und die Staatsstraße 2063 neu reagieren soll, sieht dabei nicht die von der BIM geforderte Tiefgarage oder P&R-Plätze bei der neuen U 6-Haltestelle vor. Um sicherzustellen, dass Fremdparker den Martinsrieder Bürgern in der Folge nicht die Stellplätze blockieren, wird eine Parkraumbewirtschaftung mit Lizenzgebiet vorgeschlagen. „Dies ist vielleicht in der Schweiz möglich, aber nicht bei uns“, wetterte von Schall mit Anspielung auf das Schweizer Büro, welches das Konzept vorgeschlagen hat. „Wir haben in Martinsried eine überalterte Gesellschaft. Und die brauchen das Auto, wenn sie zur U-Bahn wollen.“
Mit aller Deutlichkeit wies Gutmann die Argumentation des Büros zurück, dieses Parklizenzsystem funktioniere ja auch in Teilen der Münchner Innenstadt. „Wir wollen unsere Ruhe haben. Dafür leben wir doch hier am Stadtrand.“
Ein weiterer Vorschlag des Verkehrskonzepts, demgemäß eine weitgehende Abtrennung des Campus vom Rest Martinsrieds zu einer zusätzlichen Entlastung führen könnte, überzeugte die Vertreter der Bürgerinitiative nicht. Gutmann räumte zwar eine eventuelle innerörtliche Entlastung ein, verwies aber darauf, dass etwa örtliche Geschäfte durch die Abtrennung des Campus nicht mehr von den Studenten profitieren könnten. „Wenn wir schon so viel neuen Verkehr bekommen, soll Martinsried wenigstens wirtschaftlich erblühen.“
Einzig mit dem Konzept einer innerörtlichen Umgehung durch die Verbindung von Röntgen- und Fraunhoferstraße konnte man sich wenigstens zu gewissen Teilen anfreunden, allerdings ohne eine Anbindung an die Würmtalstraße, wie Gutmann betonte, da so steigender Durchgangsverkehr von der Münchner Straße zu befürchten sei. Die von der BIM bevorzugte Umgehung außerhalb von Martinsried werde es aus Kostengründen nicht geben, stellte Heizer klar.
Mit einem Bürgerbegehren will die BIM das Verkehrskonzept nun möglicherweise kippen. Die Idee, ein eigenes Gegengutachten in Auftrag zu geben, wurde verworfen - aus Kostengründen.

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