Gräfelfing - Ein sich selbst finanzierender Autobahntunnel für die A 96 – diese Gräfelfinger Vision hat auf ihrem Weg zur Realität einen weiteren Schritt getan.
Die Vorbereitungen für die Machbarkeitsstudie stehen vor dem Abschluss. Und es gibt Mitstreiter – in unmittelbaren Nachbarschaft und im fernen Hamburg.
„Wir sind natürlich immer noch Vorreiter“, sagt Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel mit einem Schmunzeln, „aber ich bin sehr dankbar, dass es mit Hamburg nun ein zweites Projekt dieser Art gibt“.
In Gräfelfing wie in Hamburg zerschneidet eine Autobahn Wohngebiete und soll übertunnelt werden. Was die beiden Projekte bei allen Unterschieden verbindet: Gräfelfing wie Hamburg wollen zur Finanzierung die Tunneldecke verwerten. Bisher für Kleingärten, Sport oder Freizeit genutzte Bereiche könnten aus dem Wohngebiet auf den Deckel verlagert werden; dafür entstünde an ihrem bisherigen Standort wertvolles Bauland.
Der Grund liegt nach Ansicht des Bürgermeisters auf der Hand: Bund wie Land haben erkannt, dass auf diesem Weg maßgeblicher Lärm- und Immissionsschutz für Ballungsräume möglich ist – dank finanzieller Aufkommensneutralität, wo sich bisher unüberwindliche Kosten türmten. So veranschlagen die Fachleute einen Tunnel-Kilometer durchaus mit rund 30 Millionen Euro.
Während in Gräfelfing der gesamte Gemeinderat die Tunnel-Lösung mit Beschlüssen unterstützt, verfolgt in den benachbarten Stadtteilen Münchens unter Begleitung des Landtagsabgeordneten Georg Eisenreich die Bürgerinitiative BAB 96 München eine nahtlose Verlängerung dieses Tunnels bis zum Autobahnende. Und wie in Gräfelfing streben auch die Anlieger der Münchner Stadtteile eine Finanzierung durch Verwertung der Tunneldecke an.
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