Debatte ums Sitzenbleiben: Würmtaler Schulleiter verteidigen Ehrenrunde

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    • 22.02.13
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Debatte ums Sitzenbleiben: Würmtaler Schulleiter verteidigen Ehrenrunde

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Würmtal - Für viele Schüler im Würmtal gab es am Freitag Zeugnisse. „Sitzenbleiben“ halten die Schulleiter im Einzelfall für sinnvoll. Auch wenn sie viel dafür tun, es zu vermeiden.

Endlich Zeugnisse: In der Grundschule freuen sich viele Kinder über ihre Noten – wie am Freitag die Mädchen und Buben der 3a in Lochham. Doch auch hier ist ein Sitzenbleiben schon möglich, obwohl dies de facto fast nie vorkommt. Foto : JS

Endlich Zeugnisse: In der Grundschule freuen sich viele Kinder über ihre Noten – wie am Freitag die Mädchen und Buben der 3a in Lochham. Doch auch hier ist ein Sitzenbleiben schon möglich, obwohl dies de facto fast nie vorkommt. Foto : JS

Die aktuelle Debatte darüber, ob das Sitzenbleiben in der Schule abgeschafft werden soll, stößt bei Schulleitern im Würmtal auf Unverständnis. Sie folgen damit der Meinung ihres Dienstherrn, Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), und lehnen den Vorstoß Christian Udes, SPD-Spitzenkandidat für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten, ab. „Die Politiker, die darüber diskutieren, waren lange nicht mehr in der Schule“, schimpft der Schulleiter des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums, Hendrik Rehn. Es gebe inzwischen viele Instrumente, die verhindern könnten, dass Schüler eine Klasse wiederholen. Und die würden auch genutzt, sagen die Schulleiter im Würmtal.

„Wir haben beispielsweise individuelle Förderstunden und das Vorrücken auf Probe“, erklärt Rehn. Kinder mit zwei bis drei Fünfern im Zeugnis dürften in die nächste Klasse vorrücken und bis Dezember im neuen Schuljahr zeigen, ob sie dem Unterricht folgen können. Heutzutage müsse ein Schüler nicht so schnell wiederholen. „Wer durchfällt, hat sich irgendwann im Jahr aufgegeben“, ist Rehn überzeugt.

Im Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium gibt es traditionell sehr wenig Schüler, die wiederholen müssen. Im vergangenen Sommer seien es 16 von 1200 Schülern gewesen, berichtet Direktorin Sylke Wischnevsky. „Wir reizen alles aus, um ein Sitzenbleiben zu verhindern. Wegen 4,52 in Mathe fällt bei mir keiner durch.“ Und Rehn ergänzt: „Es gibt kein knappes Durchfallen.“ Vielen Kindern wäre nicht geholfen, würde man das Wiederholen abschaffen, sind sich beide Direktoren einig. „Wenn jemand wiederholen muss, liegt es in der Regel an der Motivation zur Arbeit und nicht am Intellekt“, so Rehn.

Um dem Schwund an Motivation vorzubeugen, engagierte der Direktor der Gautinger Realschule, Manfred Jahreis, vergangene Woche einen Motivationstrainer für seine Schüler. Der Gefährdungsvermerk im Zwischenzeugnis diene auch dazu, die Motivation anzukurbeln. Meist sorge er dafür, dass bei den Schülern ein Umdenken stattfinde und sie das Jahr dann bestünden, sagt Jahreis. Als letzte Konsequenz halten Jahreis, Rehn und Wischnevsky das „Sitzenbleiben“ für sinnvoll. Jahreis: „Die Schüler erhalten damit die Möglichkeit, Lücken zu schließen, um anschließend erfolgreich durchzustarten.“

Auch Neurieds Grundschulrektor Franz Mitterer ist dieser Meinung. An Grundschulen käme das Sitzenbleiben allerdings äußerst selten vor, sagt er, eher gehe es um ein freiwilliges Wiederholen, das mit den Eltern vereinbart werde. Die Noten fünf und sechs gebe es an der Grundschule eigentlich nicht. Mitterer: „Ich glaube nicht, dass das Wiederholen das probate Mittel für alle Leistungsschwächen ist. Aber für manche Kinder ist es eine Chance."

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