Friedenskirche: Diakoninnen werfen das Handtuch

Würmtal - Die beiden Diakoninnen Michaela Urbanek und Marina Müller verlassen die Gräfelfinger Friedenskirche. Die Arbeitsbelastung war ihnen zu groß geworden.

Anfang der Woche musste Pfarrer Walter Ziermann den Kirchenvorstand der Friedenskirche sowie den Vereinsvorstand von Miteinander mit einer Hiobsbotschaft überraschen. Noch 2013 kehren beiden Diakoninnen der evangelischen Gemeinde den Rücken, der Arbeitsdruck war zu groß. Michaela Urbanek verabschiedet sich Ende März, Ende August folgt Kollegin Marina Müller.

Seit April 2012 teilten sich beide im Job-Sharing-Modell eine Vollzeitstelle, die jeweils zur Hälfte von der evangelischen Kirche und dem Verein Miteinander finanziert wird. Wie Anneliese Bradel vom Verein Miteinander mitteilt, sei die Entscheidung einem unglücklichen Zusammentreffen verschiedener Umstände geschuldet. „Es gab über Monate anhaltenden Ausfall wegen Krankheit und gleichzeitig vereinzelt die Forderung nach Krankheitsvertretung, die innerhalb einer auf vier Stunden pro Tag begrenzten Arbeitszeit aber nicht zu stemmen ist“, sagt Bradel. „Für die Diakoninnen, die in ihrem Beruf sehr engagiert sind, wurde der Druck zu groß.“ Dazu komme, dass sich beide in einer Umbruchsphase befänden. Der neue Lebensabschnitt als Berufstätige mit Kleinkind stelle eine große Herausforderung dar. Gerade deshalb, so betonte auch Müller, fände sie es persönlich schade, dass es ihr nicht weiter mit ihrer Kollegin möglich sei, das neue Modell in die Realität umzusetzen.

In einer Presseerklärung unterstrichen die beiden Seelsorgerinnen die großen Erwartungen seitens der Kirchengemeinde und des Vereins. „Inzwischen haben wir zu unserem Leidwesen festgestellt, dass wir unter den vorliegenden Gegebenheiten nicht so arbeiten und agieren können, wie wir uns das gewünscht haben“ heißt es dort. Konkreter wollte Müller auf Nachfrage nicht werden, ihre Kollegin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bradel wies auf die erst kürzlich erfolgte Auflösung der Kleinkindergruppe im Dietrich-Bonhoeffer-Haus hin. „Einerseits ist es selbstverständlich, dass die Diakoninnen für Angebote sorgen.“ Speziell dieser Fall aber liege nicht in ihrem Verantwortungsbereich.

Weder Pfarrer Ziermann noch Bradel stellen das Job-Sharing-Modell in Frage. „Wir warten auf Signale aus der Diakonie“, so der Pfarrer, „um die Stelle bis 1. September nachbesetzen zu können.“

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