Haag - Seit mehr als 250 Jahren prägt der „Alte Wirt" den Ortsmittelpunkt von Haag. Seitdem der letzte Pächter Alois huber 2007 aufgab, ist das Gebäude verwaist. Am Montag soll es am Amtsgericht Landshut zwangsversteigert werden.

Das stattliche Gebäude prägt seit mehr als 250 Jahren den Haager Ortskern. Foto: Riedel
Die Wurzeln des „Alten Wirts“ gehen bis ins Jahr 1750 zurück. Damals gehörte es zur Hofmarksherrschaft zu Haag. Aus der Dorfchronik ist zu entnehmen, dass das Gasthaus bereits 1826 ohne Wirt gewesen sein soll. Im Dezember 1825 heiratete die damalige Inhaberin, die verwitwete Maria Rieder, Anton Hörhammer aus Attenhofen bei Mainburg. Durch diese Verbindung kam erstmals ein Hörhammer nach Haag. Unter deren Ägide gelangte das Gasthaus zu gastronomischer Spitzenstellung im Landkreis. Die Familie verkaufte es im Jahr 1936 an die Eheleute Hack. Ab 1959 besaßen Johann und Theresia Hack das Anwesen. Deren Sohn Anton übernahm die Wirtschaft 1968 und baute sie 1986 nach alten Plänen neu auf. Später leitete Hannelore Renk den „Alten Wirt“. Ihr folgten 2003 die Wirtinnen Yvonne Weinzierl und Andrea Bennewitz, die aber nach nur eineinhalb Jahren wieder aufgaben. Danach stand der „Alte Wirt“ vorerst leer, bis Alois Huber Anfang 2007 das Gasthaus pachtete und in einen kleinen Supermarkt umwandelte. Nur acht Monate war der“Alte Wirt“ wieder verwaist.
In dem stattlichen Anwesen ist aber nicht nur Platz für eine Gastwirtschaft: Im Westflügel ist eine Zahnarztpraxis untergebracht, darüber befinden sich mehrere Wohnungen. In den Jahren 1979 und 1980 diente das Gasthaus kurzfristig als Dorfschule, während das eigentliche Schulgebäude umgebaut wurde. Zudem war das Gasthaus mehr als 80 Jahre das Vereinsheim der „Graf-Lodron“-Schüzen. Durch die Pächterwechsel wurde der Schützenverein immer wieder heimatlos. Deshalb verlegten die Sportler ihre Schießstände Ende 2008 in den Keller des VfR-Sportheims.
Am Montag kommt das Gebäude nun am Amtsgericht Landshut unter den Hammer: Der Verkehrswert wurde mit 1 166 000 Euro angesetzt. Fraglich bleibt, ob ein Käufer gefunden werden kann. Offen ist auch, ob der Versteigerungserlös die gewünschte Höhe erreichen wird. Bereits im Januar 2009 hatte die Justizbehörde einen Versteigerungstermin angesetzt, diesen aber wenige Tage zuvor abgesagt. Ob die Zeit der wechselnden Pächter und Leerstände nun endlich ein Ende hat? Klarheit besteht erst, wenn der Zuschlag endgültig erteilt wird.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.