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Laufen für Kinder in Japan

Zolling - Begeistert in den Dienst einer guten Sache stellten sich die Schüler der Volksschule Zolling. Dort hieß es: Kinder laufen für Kinder.

Auf dem Sportplatz der Volksschule Zolling drehten die Mädchen und Buben möglichst viele Runden. Und mit jeder gemeisterten floss bares Geld für Opfer der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan in einen Spendentopf. Die Idee, einen Benefiz-Lauf für Japan zu organisieren, hatte Konrektor Ernst Berg. Nachdem am 11. März im Norden Japans die Erde gebebt und kurz darauf die Reaktorkatastrophe von Fukushima die Welt erschütterte, habe man auch an der Schule in Zolling überlegt, wie geholfen werden kann. Das Lehrerkollegium war von der Idee des Benefizlaufs begeistert.

Erste Spendengelder trafen auf Vermittlung von Ernst Berg von der Toyota Versicherung in München ein. Dr. Heino Pause vom Rotary Club Freising ermöglichte eine Verbindung zur deutsch-japanischen Kontaktstelle im Rotary Club München-Bavaria. Und von dort aus wurde durch Vermittlung von Gabriela Bracko und deren Freundin Yukari Matsumoto ein Projekt gefunden, das Hilfe dringend nötig hat: die Junior-Highschool in Ofunato im Norden der japanischen Insel Honschu, dort wo das Erdbeben und der Tsunami besonders grausame Spuren hinterlassen haben. „Wir waren froh über diesen Kontakt“, verriet Schulleiter Richard Bauer. Denn schließlich sollen die Spendengelder auch an der richtigen Stelle ankommen. Viele der Schulkinder dort hätten durch den Tsunami ihre Eltern verloren. Die Sportanlagen der Schule werden derzeit als Auffanglager genutzt, erklärte Gabriela Bracko. „Auch wenn es weit weg ist, aber jeder von Euch kann helfen“, erklärte Ernst Berg am Montag um kurz nach acht Uhr den Schülern.

Die Kinder ließen sich das nicht zweimal sagen. Jeder der Schüler hatte sich nämlich im Vorfeld Sponsoren aus der Familie, der Verwandtschaft oder der Bekanntschaft gesucht, der je nach individueller Vereinbarung einen bestimmten Betrag für jede Runde „springen“ ließ. Jede Schulklasse durfte 45 Minuten lang ihre Runden drehen. Am Ende einer jeden Runde gab es einen Stempel, der zum Schluss darüber Auskunft gab, wieviel Geld jeder „erlaufen“ hatte. So mancher Elternteil hatte seinen Nachwuchs regelrecht unterschätzt. Matthias Karl aus der Klasse 5a schaffte bereits in der Hälfte der Zeit sieben Runden - an Krücken. Nurisi Kuni, Betreiber des Brotzeitstands in der Schule, hatte mit seinen Sohn Marvin fünf Euro die Runde vereinbart. Dass dieser zum Schluss dann als Stundenbester der Klasse 4b mit 28 Runden ins „Ziel“ ging, ließ den Vater dann doch etwas schlucken.

Nur noch staunen konnte Rektor Richard Bauer über seine Schüler. „Da merkt man, dass die Kinder wirklich helfen wollen.“ Zwar gehe er selber nicht an den Start. Er unterstütze das Projekt jedoch als Sponsor für die Elternbeiratsvorsitzende Cordula Pöltl, sagte Bauer und lachte. Und auch Bürgermeister Max Riegler musste seinen Geldbeutel zum Schluss erleichtern. Mit einem Euro Rundengeld „setzte“ das Gemeindeoberhaupt auf Lehrer Michael Mayer, der sich als geübter Marathonläufer 100 Runden vorgenommen hatte. Dass daraus 112 Runden wurden, brachte Riegler nicht aus der Fassung. Großzügig und spontan wurde sogar auf 150 Euro aufgerundet.

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