Zolling - Die Zollinger Grundschüler, die des Bayerischen mächtig sind, waren am Mittwoch klar im Vorteil: Stefan Murr und Heinz-Josef Braun waren in die Schule gekommen, um den Kindern das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten" zu erzählen - auf Boarisch.

Ein Tisch, zwei Stühle, zwei Mikros, eine Gitarre: Die beiden Schauspieler Stefan Murr und Heinz-Josef Braun brauchten nicht viel, um die Mädchen und Buben der Zollinger Schule eine Stunde lang in ihren Bann zu ziehen. „Sads soweit - dann dad ma ofanga.“ Und der Anfang war denn auch so, wie es sich für ein gscheits Märchen gehört. Fast zumindest. Bairisch eben: „Es war amoi“.
Ein „oida“, trauriger Esel, der, so lange er denken kann, sich nur ein einziges Geschenk wünscht: „Trog mi hoam.“ Ein armer, zahnloser Hund, der den herzzerreißenden „Worum hob i grod so a Herrle, wos mi so schlecht behandeln muas“-Blues singt. Eine alternde, ungeliebte Katze mit herrlich-charmant österreichischem Dialekt. Und der eingebildete Hahn italienischer Herkunft namens „Eros Gockelotti“.
Am Ende mischte sich sogar Pfarrer Hans Sinseder unter die begeisterte Kinderschar, um sich ein Autogramm der beiden Künstler zu holen. Das ließen die Kleinen sich nämlich nicht nehmen. Sie nutzten die Gelegenheit, um mit den Schauspielern auf Tuchfühlung zu gehen und zum Schluss hielt dann wirklich jeder Grundschüler ein Autogramm mit persönlicher Widmung stolz in den Händen.
Organisiert hatte den märchenhaften Vormittag Sandra Oberhauser, Klassenleiterin der 3 b, die auch die „Bayerisch AG“ an der Zollinger Grundschule leitet. „Das ist in diesem Jahr eine schöne Alternative zu den Theaterfahrten nach Ingolstadt“, erklärte sie. Und man überlege schon jetzt, die beiden Künstler fürs kommende Jahr wieder zu buchen. Dann mit ihrer ganz eigenen, bayerischen Version des Grimm-Märchens „Schneewittchen“.
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