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Zur Wiesn: Ausnahmezustand in den Zügen

Zur Wiesn: Ausnahmezustand in den Zügen

019.09.08|Merkur CUP|Merkur CUP|
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Artikel: Zur Wiesn: Ausnahmezustand in den Zügen

München - Grölende Gruppen, völlig betrunkene Passagiere, die sich daneben benehmen - das Bahnfahren zur Wiesnzeit ist für reguläre Fahrgäste kein Zuckerschlecken. Viel aushalten müssen auch die Schaffner: "Wir stellen leider fest, dass die Zugbegleiter keine Respektsperson mehr darstellen", sagt Frank Hauenstein, bei der Gewerkschaft Transnet zuständig für den Personenverkehr.

"Immer häufiger kommt es zu Übergriffen, verstärkt unter dem Einfluss von Alkohol."

Die Deutsche Bahn hat auf das Problem bereits reagiert und erhält dafür auch Lob von der Gewerkschaft: "Da wird sehr gut an die Sicherheit der Mitarbeiter gedacht." Seit einigen Jahren fährt in manchen Zügen Sicherheitspersonal mit.

Außerdem gibt es Deeskalationsschulungen, damit gar keine Aggression aufkommt. "Die Kommunikation mit der Bundespolizei, die notfalls am nächsten Bahnhof einschreiten kann, funktioniert", sagt Hauenstein. Er fordert auch Fahrgäste zur Zivilcourage auf: Sie sollen attackierten Personen helfen und nicht nur zusehen - keine einfache Bitte nach den Berichten über U-Bahn-Schläger.

Bahn-Sprecher Franz Lindemair tritt dem Eindruck entgegen, dass die Zugbegleiter zur Wiesnzeit nur noch unter Begleitschutz arbeiten können. "Manche machen das auch gerne. Und man muss bedenken, dass zur Wiesn so viele Menschen mit der Bahn fahren wie zu keiner anderen Zeit des Jahres." Da kommen dann auch Passagiere, die sonst nie einen Fuß in einen Zug setzen.

Für diese Menschenmassen stellt die Bahn außerdem zusätzliche Service- und Sicherheitskräfte am Haupt- und Ostbahnhof sowie in Pasing bereit, um die Wiesn-Gäste schnell weiterzuleiten. Vor zwei Jahren etwa war der S-Bahn-Halt an der Hackerbrücke so überfüllt, dass nachfolgende Züge dort gar nicht mehr anhalten konnten.

Außerdem gibt es nachts zusätzliche S-Bahnen sowie an Wochenenden mehrere Sonderzüge unter anderem auf den Strecken von München Richtung Garmisch-Partenkirchen, Ingolstadt und Rosenheim.

Viel Arbeit wartet während der Wiesn aber auch auf die Putzdienste. Die haben oft ihre liebe Not, die Wagen wieder rechtzeitig herzurichten. "Deshalb werden auch die Reinigungskräfte verstärkt", so Lindemair.

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