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Jugendliche entdecken neben Facebook auch andere soziale Netzwerke.

Das ist die Konkurrenz

Ist Facebook jetzt uncool?

München - Harte Zeiten für Facebook: Je mehr die ältere Generation das Netzwerk für sich entdeckt, um so uncooler wird es offenbar für junge Leute. Immer mehr tummeln sich bei der Konkurrenz.

Mancherorts ist das gewollt: Eine Schule in Poing (Kreis Ebersberg) integriert das Netzwerk bewusst in den Schulalltag. Hier sind Schüler und Lehrer miteinander "befreundet" - allerdings handelt es sich um ein Experiment mit Hintergedanken.  

Ein Kommentar von Blake Ross, dem Noch-Produktmanager von Facebook, heizte die Debatte zusätzlich an. Ross, der kürzlich seinen Abschied von Facebook ankündigte, scherzte in einem Post über die Gründe seines Ausstiegs: „Ich verlasse Facebook, weil ein Journalist vom Forbes Magazin den Freund seines Sohnes gefragt hatte, ob Facebook noch cool wäre und der das verneinte. Und mehr noch: Keiner seiner Freunde findet das." 

Facebook weiter Marktführer, aber...

Laufen Mark Zuckerberg nun seine Schäfchen davon? Davon kann erst mal keine Rede sein. Facebook hat mittlerweile laut statista.com rund eine Milliarde Mitglieder und ist damit nach wie vor unangefochtener Marktführer. Dennoch gibt es ein Aber: Die Zeit des unbegrenzten Wachstums von Facebook scheint vorbei. So auch in Deutschland. Dort liegen die Nutzerzahlen Anfang März nach Angaben des inoffiziellen Facebook-Blogs "Allfacebook.de" bei 25,1 Millionen aktiven Usern. In den vergangenen sechs Monaten ist Facebook demnach lediglich um 800.000 Nutzer gewachsen, was rund drei Prozent entspricht. Ein Abwärtstrend ist nicht zu übersehen. Verglichen mit den Zahlen von Dezember 2012 sind Facebook sogar knapp 300.000 Nutzer abgesprungen. Etwas höher werden die Nutzerzahlen von statista.com beziffert. Dort werden Facebook (im Dezember 2012) 38,6 Millionen deutsche Nutzer zugeschrieben. Doch auch hier zeigt sich der Negativtrend: Im Vergleich zu 39,9 Millionen im August 2012 hat auch hier Facebook an Usern verloren.

Konkurrenz-Netzwerke immer beliebter

Inzwischen vor allem bei jungen Leuten immer beliebter werden die anderen Netzwerke wie Twitter, Google + oder Fotodienste wie Instagram oder Pinterest. Eine Analyse von pewinternet.org zeigt, dass die Konkurrenz-Plattformen inzwischen eine nennenswerte Zahl an Usern haben, vor allem bei den 18- bis 29-Jährigen.

Den größten Wachstum verzeichnet nach Angaben von "Global Web Index" derzeit Twitter. Demnach stieg der Anteil aktiver Nutzer zwischen dem zweiten und vierten Quartal 2012 um satte 40 Prozent.

Das scheint auch eine Studie der Uni Darmstadt für Deutschland zu bestätigen. Hier versuchten die Forscher der Entwicklung mit einer anderen Herangehensweise auf den Grund zu kommen. Verglichen wurde die Anzahl von Facebook-Likes, Tweets und PlusOnes pro Artikel der 15 größten Medien-Webseiten in Deutschland. Auch hier konnten Forscher einen Trend zugunsten von Twitter ausmachen. Der Marktanteil von Google+ wurde demnach im Jahr 2012 sogar verdoppelt, auch wenn er vergleichsweise noch gering ist.

Auch Angaben von statista.com bestätigen den rasanten Wachstum von Google+. Weltweit stieg den Angaben zufolge die Nutzerzahl innerhalb eines Jahres (von Dezember 2011 auf 2012) von 50 auf 500 Millionen und hat sich somit sogar verzehnfacht.

Fazit: Facebook ist zwar immer noch der Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken in Deutschland, bei den Wachstumsraten wird allerdings auch der Abwärtstrend deutlich und der rasante Wachstum der Konkurrenz.

Tumblr auf dem Vormarsch

Besonders gefährlich für Facebook könnte außerdem die Blog-Plattform Tumblr werden. Mit wenigen Klicks lässt sich dort ein eigener Blog zu einem bestimmten Thema starten. Inhalte wie Texte, Bilder, Links oder Videos können ähnlich wie bei Facebook unkompliziert geteilt werden. Rund 75 Millionen Einträge verzeichnet Tumblr nach eigenen Angaben jeden Tag. Wie die "Los Angeles Times" berichtet, gaben bei einer Studie des amerikanischen Umfrage-Instituts Survata 59 Prozent der 13- bis 25-Jährigen an, Tumblr regelmäßig zu nutzen. Damit ist Tumblr bei den Jugendlichen angesagter als Facebook. Das Netzwerk von Mark Zuckerberg kam bei der Umfrage nur auf 54 Prozent. 

Wie die Entwicklung bei Facebook und den anderen sozialen Netzwerken weitergeht, lässt sich nur schwer voraussagen. Zum einen, weil sich Mark Zuckerberg bei seinen Zukunftsplänen nicht in die Karten schauen lässt, zum anderen, weil man nicht weiß, wie die Konkurrenz ihre Chancen nutzt.

vh

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Veronika Hueber

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