Erlangen - Es ist ein trauriger Rekord: Eine Fünfjährige lebt mittlerweile so lange mit einem Kunstherzen wie kein anderes Kind zuvor. Das Mädchen wartet auf ein Spenderherz.
Die kleine Lara hatte vor mehr als zwei Jahren bei einer Notoperation ein Kunstherz bekommen, wie der Kinderherzchirurg des Uniklinikums Erlangen Professor Robert Cesnjevar der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag sagte. Seitdem wohnt das Mädchen mit ihren Eltern in der Klinik - angeschlossen an eine 100 Kilogramm schwere Maschine.
„Das Kunstherz sieht nicht etwa aus wie ein normales Herz“, sagte Cesnjevar. Vielmehr handle es sich dabei um einen rechteckigen Kasten, der durch Schläuche mit der Brust des Kindes verbunden sei und das kranke Herz unterstütze.
Bei erwachsenen Patienten sei es nicht ganz so schwierig, ein Spenderorgan zu finden, erklärte Cesnjevar. Bei Kindern müsse aber das Herz eines verstorbenen Kindes entnommen werden. „Im Grunde gäbe es genug Spenderherzen, wenn die Transplantationsgesetze in unserem Land geändert würden“, meint der Mediziner. In Deutschland muss man der Organspende derzeit noch ausdrücklich zustimmen. Wenn ein Kind sterbe, seien Eltern aber in einer derart schwierigen Situation, dass Ärzte die Spender-Frage häufig gar nicht ansprechen könnten, berichtete der Professor.
dpa



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