München - Ein knackiges Unwetter überraschte viele Bayern am Freitagmorgen. Während in Schwaben eisglatte Straßen für zahlreiche Unfälle sorgten, ließ heftiger Regen in der Oberpfalz die Pegel steigen.

© dpa
Starke Windböen und unangenehmer Schneefall überrumpelten heute Morgen viele Bayern.
Ein greller Blitz, ein tosender Donner – und dann wurde der Himmel schwarz. Am Freitagmorgen schien es, als würden im südlichen Bayern jegliche Weltuntergangsprophezeihungen wahr werden. Starker Wind, ein kurzer, unerwarteter Schneesturm, eisglatte Straße und zahlreiche Unfälle waren die Folge.
Die Unwetterfront überraschte vor allem das Allgäu. Laut Augsburger Allgemeine musste die Polizei Schwaben-Süd-West zu 21 Unfällen innerhalb von zwei Stunden ausrücken. Doch die meisten Fahrer schienen ihre Schutzengel dabei zu haben. Denn nur bei zwei dieser Unfälle wurden Personen verletzt: In Dietmannsried bei Kempten rutschte ein Lieferwagen in ein Verkehrsschild. Der Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht. Im Unterallgäu schlitterte ein Auto gegen einen Baum. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen.
Auch der Bahnverkehr blieb vom Unwetter nicht verschont. Wie die Polizei Ingolstadt berichtet, stürzte im Kreis Starnberg zwischen Weßling und Herrsching ein Baum zuerst auf eine Oberleitung, dann auf eine S-Bahn. Zum Glück wurde keiner der 60 Fahrgäste verletzt. Kurzzeitig musste der Streckenabschnitt der S8 gesperrt werden.
Auf der B 20 bei Tittmoning (Kreis Traunstein) fegte eine Sturmböe einen Lastwagen von der Straße.
Nördlich der Donau brachte heftiger Regen Flüsse und Bäche zum Überlaufen. Besonders betroffen von den Überschwemmungen waren Mittelfranken und die Oberpfalz. An den Pegeln Schenkenau und Wendelstein, wo das Hochwasser am Freitagmittag bei über vier Metern stand, wurde die Meldestufe Drei auf der vierstufigen Skala erreicht. Auch in Cham am Regen wurde die zweithöchste Meldestufe überschritten. Da auch für die nächsten Tage teils heftige Regenfälle und Tauwetter zu erwarten sind, rechnen die Experten weiterhin mit steigenden Wasserständen.
Doch das Hochwasser hatte auch etwas Gutes: In Unterfranken kam ein bei Kreuzwertheim auf Grund gelaufener Frachter wieder frei. Etwa 40 Zentimeter stieg dort das Wasser im Main an.



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