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Abschied von Sepp Daxenberger bei Trauergottesdienst in Mariahilf-Kirche

„Eine Schwere hat sich über die Tage gelegt“

327.08.10|Bayern|Bayern|
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Artikel: „Eine Schwere hat sich über die Tage gelegt“

München – Acht Tage ist es her, dass Sepp Daxenberger, ehemaliger Fraktionschef der Grünen, seinem schweren Krebsleiden erlegen ist.

© dpa

Bei einem Trauergottesdienst nahmen Hunderte Menschen Abschied von Sepp Daxenberger.

„Du hast immer geradeaus gelebt“, schrieb ein Mann in das Kondolenzbuch, das am Kircheneingang auslag. Hinter ihm strömten rund 700 Menschen in das Gotteshaus: Weggefährten, Freunde, Münchner Bürger. Viele Grünenpolitiker, aber auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) und der CSU-Fraktionsvorsitzende Georg Schmid kamen.

Generalvikar Prälat Peter Beer fand bewegende Worte, um den Schmerz über Daxenbergers Tod auszudrücken. Viele Fragen seien aufgekommen, etwa: „Hätten wir etwas ändern können?“ Mit Blick auf Daxenbergers Söhne Felix, Kilian und Benedikt, die in der ersten Reihe saßen, sagte Beer: „Ihre Kinder hätten Sie noch so gebraucht!“ Die Predigt: „Ein Sämann ging aufs Feld“ aus dem Mathäus-Evangelium. Ein solches Säen habe auch Daxenberger gekannt, sagte Beer. Die Samen hätten „Früchte getragen und werden auch in Zukunft Früchte tragen“.

Die Sache mit den Schafkopfkarten, die Daxenberger immer bei sich getragen habe, die stimme nicht, sagte Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause in ihrer Rede. „Er konnte gar nicht Schafkopfen.“ Aber sonst habe er „verdammt viel“ gekonnt. „Die scheinbar unbesiegbare CSU das Fürchten lehren, Witze erzählen, die Herzen der Menschen gewinnen.“ Theresa Schopper kämpfte mit den Tränen, als sie erklärte, dass die Daxenbergers vielleicht so früh hätten gehen müssen, weil „sie euch im Himmel dringend brauchen“. Von dort oben sollten die beiden nun gut auf ihre Buben aufpassen. An Sepp Daxenberger gerichtet schloss sie: „Wir werden im Herzen mit dir arbeiten, um Bayern in deinem Sinne zu gestalten.“ Sepp Bichler, Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft, würdigte seinen Weggefährten als „Paradekämpfer“. Der sei er schon in den 80ern, der Geburtsstunde des Ökolandbaus, gewesen. „Der Sepp war einfach immer eine Attraktion.“

Zu viel Schwere hätte Daxenberger nicht gewollt, sagte sinngemäß Hans Well von der „Biermöslblosn“, ein guter Freund des ehemaligen Grünen-Fraktionschefs. Und so spielte er mit seinen Kindern für den Sepp ein Lied, bei dem die ganze Trauergemeinde mitsang. Es war bis weit hinaus auf den Mariahilfplatz zu hören.

Caroline Wörmann

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