München - Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) ärgert sich über das geringe Ansehen von Frauen in Führungspositionen und empfiehlt: Erst anpassen, dann Ruder übernehmen.

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Christine Haderthauer ist verärgert über das Ansehen von Karrierefrauen.
Männer sind an diesem Abend Mangelware. Kaum ein Dutzend sitzt zwischen hunderten Frauen, die es weit gebracht haben und nun dafür kämpfen, dass andere Frauen ihrem Vorbild folgen. Das gemeinsame Ziel lautet: Mehr Frauen in Spitzenjobs. Bei der Podiumsdiskussion am Montagabend in München rät Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) den Frauen, die männlichen Spielregeln der Macht erstmal gründlich zu studieren - und sie sich dann zunutze zu machen.
“Frauen müssen lernen, was Männern wichtig ist“, sagt Haderthauer. In CSU-Sitzungen habe sie sich anfangs gewundert, wie viele Männer in langen Beiträgen inhaltlich wenig Neues sagten. “Ich merkte, dass ich ins Hintertreffen geriet mit meinen kurz-knapp-effektiv Wortmeldungen“, sagt die Ministerin. Also habe sie angefangen, sich dem männlichen Verhalten anzupassen und länger zu reden, um überhaupt gehört zu werden. “Die Länge von Beiträgen hat etwas von Revierverhalten.“
Frauen werden nach Ansicht von Haderthauer bei der Vergabe von Top-Posten auch deshalb übergangen, weil Firmen eine Schwangerschaft und damit den Ausfall aus dem Job befürchteten. Dies sei ein “kollektives Risiko“, das die Frauen tragen müssten. Aber auch die Frauen, die es schließlich schafften, seien weder bei Männern noch bei Frauen gut angesehen. “Wenn Frauen ins kalte Wasser springen, dann sind sie nicht durchsetzungsstark und selbstbewusst, sondern hysterisch und ehrgeizig“, sagt Haderthauer.
In Bayern startete die Metall- und Elektroindustrie im Sommer ein Modellprojekt, um mehr Frauen in Top-Positionen zu bringen. 23 Unternehmen wie Siemens oder Halbleiterhersteller Infineon ziehen mit. In der Branche liegt der Anteil weiblicher Führungskräfte im Freistaat nach Verbandsangaben bei nur 12 bis 15 Prozent.
Die Podiumsteilnehmerin und Wirtschaftsexpertin Elke Holst hält nicht mehr viel von Selbstverpflichtungen der Unternehmen, auch in der Vergangenheit hätte dies nicht geklappt. Sie setzt auf die umstrittene Frauenquote per Gesetz: “Das scheint nur mit größerem Druck zu gehen.“
dpa



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