Superbanner

Mit Apfeltabak gegen das Rauchverbot

Mit Apfeltabak gegen das Rauchverbot

1606.08.10|Bayern|Bayern|69
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Mit Apfeltabak gegen das Rauchverbot

München - Deutschlands oberste Richter haben eine Klage gegen das Qualm-Verbot abgeschmettert. Doch Bayerns Wirte lassen sich nicht unterkriegen. Jetzt ziehen sie mit Wasserpfeifen vor Gericht.

© Haag

Mineralien statt Tabak raucht Mansory in seinem Shisha-Café. Er hofft, bald auf den Ersatz verzichten zu können.

Geschmacksrichtung Apfel, Minze, Pfirsich – mit aromatischem Wasserpfeifen-Rauch wollen die Wirte jetzt dem Qualm-Verbot im Freistaat Dampf machen. Im Auftrag von sechs Betreibern sogenannter Sisha-Cafés hat eine Münchner Kanzlei eine Popularklage beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht. Die Kläger beantragen, dass das neue Gesetz zum Schutze der Gesundheit für nichtig erklärt wird. Der Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur, dessen Chef Franz Bergmüller der prominenteste Gegner des Rauchverbots ist, zahlt die Anwalts- und Prozesskosten – mehrere 10 000 Euro, sagt der Gastronom aus Feldkirchen-Westerham (Kreis Rosenheim).

Shishas sind Wasserpfeifen arabischen Ursprungs. Geraucht wird ein feuchtes Tabak-Melasse-Gemisch, das aromatisiert ist, zum Beispiel mit Apfelgeschmack. Der Qualm wird durch einen Wasserbehälter gezogen und so gekühlt. In Bayern gibt es etwa 500 Shisha-Cafés, Frank Mansory betreibt ein solches in München. Er ist einer der Kläger. Vor gut einem Jahr übernahm er den Laden in der Schwanthalerstraße. Die Inhaber scheiterten zuvor mit verschiedenen Konzepten – deshalb probierte der 34-Jährige das Geschäft mit der Wasserpfeife aus. Er investierte viel Geld für die orientalisch anmutende Inneneinrichtung, unterzeichnete einen achtjährigen Pachtvertrag und eröffnete den „Millenium Shisha Palast“. Schon am ersten Tag rannten ihm die Gäste nahezu die Tür ein. Der Erfolg ließ nicht nach: „Ich hatte ein gutes Geschäft“, sagt Mansory, der seit Jahren in München lebt und aus dem Irak stammt.

Aber: „Zu mir“, sagt der 34-jährige Gastronom, „kommen die Leute nur zum Shisha-Rauchen.“ Ohne Rauch – keine Gäste. Denn mit der sperrigen Wasserpfeife kann man nicht eben vor die Tür gehen, sagt er. An einer Shisha wird zwei bis drei Stunden hingeraucht. Seit das neue Gesetz in Bayern gilt, hat er Umsatzeinbrüche von 50 Prozent. Noch hält er seine Gäste mit einem Trick: Er bietet einen mineralischen Tabakersatz an. Doch Mansory hofft auf Erfolg vor Gericht. Die Rauchverbots-Gegner spekulieren darauf, dass die bayerischen Richter sich an den Kollegen im Saarland orientieren. Dort wurde das Gesetz nach einer Popularklage ausgesetzt.

Carina Lechner

zurück zur Übersicht: Bayern

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Lesen Sie auch:

Auch Restauratoren warnen vor Ausleihe von Dürer-Selbstporträt

Auch Restauratoren warnen vor Dürer-Ausleihe

Nürnberg - Auch Restauratoren warnen vor einer Ausleihe des Dürer-Bildes nach Nürnberg. Der Fränkische Bund verlangt nun ein unabhängiges Gutachten über den Zustand des Kunstwerks.Mehr...

Kommentare

Aktuelle Fotostrecken

Syrien: So wütet Assasd gegen sein eigenes Volk

08.02.12|Welt|0

weitere Fotostrecken:

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper