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Die Bundesregierung setzt sich für die Freilassung des verschleppten und in Frankreich verhafteten deutschen Arztes im Fall Kalinka ein

Fall Kalinka: Berlin will den Arzt zurückholen

Berlin - Die Bundesregierung setzt sich für die Freilassung des verschleppten und in Frankreich verhafteten deutschen Arztes ein. Das Auswärtige Amt steht mit den französischen Behörden in Kontakt.

© dpa

Der Arzt, der von einem Franzosen verschleppt wurde. Er soll die 15-jährige Kalinka auf dem Gewissen haben.

Das sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag in Berlin. “Wir bemühen uns um eine Lösung für den Betroffenen, nach Deutschland zurückzukehren.“ Auch die deutsche Botschaft in Paris sei mit dem Fall des 74-Jährigen befasst. Der Mediziner war 1995 in Frankreich wegen fahrlässiger Tötung eines 15-jährigen Mädchens in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Die deutsche Justiz hatte zuvor ein eigenes Ermittlungsverfahren eingestellt. Sie lehnte das französische Auslieferungsgesuch daher ab.

© dpaDie 15-jährige Kalinka.

Mehrere europäische Gerichte hatten das französische Gerichtsverfahren verurteilt, weil der Angeklagte nicht anwesend war. Am vergangenen Wochenende hatte der leibliche Vater des getöteten Mädchens, der jahrelang vergeblich um die Auslieferung des Arztes gekämpft hatte, den Arzt nach Frankreich verschleppen lassen. “Ich bin mit mir selbst in Frieden und mein Ziel ist erreicht. Der Mörder meiner Tochter kommt vor Gericht“, sagte er. Die französische Justiz ermittelt nun wegen Freiheitsberaubung und Entführung gegen ihn.

Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Der deutsche Mediziner kam unterdessen am Donnerstag in Paris in Untersuchungshaft. Er soll sich in einigen Monaten erneut vor einem französischen Gericht verantworten. Seine Tochter sieht darin einen massiven Verstoß gegen europäische Rechtsvorschriften.

Die Verfahrensweise der französischen Behörden billige Faustrecht, betonte ihr Anwalt Nicolas Becker in einer Mitteilung am Donnerstag in Berlin. Dies könnte andere Länder animieren, “sich mit Privatgewalt unter Umgehung von Auslieferungsprozeduren die von ihnen begehrten Verdächtigen zu besorgen“.

dpa

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