Rosenheim/Erding - Vorsicht Abzocke. Die berüchtigte Parkräume KG schleppt im Auftrag von Supermärkten ab und verrät erst nach Zahlung hoher Beträge, wo sich das Auto befindet.

© Haag
Wenn der Wagen wegen Falschparkens abgeschleppt wird, kommen leicht hunderte Euro zusammen.
Wer auf dem Parkplatz vor der Tengelmann-Filiale in der Rosenheimer Aventinstraße sein Auto abstellt, sollte dies nur dann tun, wenn er dort auch wirklich einkauft. Denn der Parkplatz wird von der Firma Parkräume KG überwacht – eine bundesweit berüchtigte Abschleppfirma, die vor kurzem ihren Sitz von Oberhaching nach Berlin verlegt hat. Sie überwacht im Auftrag von Grundstückseigentümern private Parkplätze – mit zweifelhafter Vorgehensweise. So mussten etwa zwei Parksünder, die ihre Autos im März 2010 auf dem Parkplatz in der Aventinstraße abstellten, jeweils 270 Euro an Ort und Stelle abdrücken, um zu erfahren, in welcher Seitenstraße ihr Auto abgestellt war.
Wolfgang Ziegler hat zwar einen Info-Zettel ausgehändigt bekommen, aber in dem Schreiben ist keine Bankverbindung genannt. „Unter der angegebenen, kostenpflichtigen Telefonnummer hat sich am Freitag und Samstag niemand gemeldet“, sagt Angelika Ziegler. Die Zieglers gehen zur Polizei und zeigen die Abschleppfirma wegen Nötigung an. Auch die Beamten versuchen noch am Samstag, mit der Parkräume KG in Kontakt zu treten – vergeblich. Sogar die Staatsanwaltschaft Rosenheim ermittelt wegen des Vorwurfs der Nötigung. Doch sie stellt das Verfahren wieder ein.
Es seien zahlreiche andere Verfahren gegen die Parkräume AG anhängig, teilt die Staatsanwaltschaft den Zieglers mit, ihr Problem falle da nicht weiter ins Gewicht. Ihr Auto haben die Zieglers immer noch nicht, die Zahlung der eingehenden Rechnungen verweigern sie. Darauf verweist auch Joachim K. Gehrke, Geschäftsführer der Parkräume KG, der den Vorwurf der Nötigung scharf zurückweist. Auch in Erding ist die Parkräume KG aktiv – beauftragt von Rewe-Marktleiter Stefan Miggisch, der sich wegen zahlreicher Falschparker auf seinem Supermarkt-Gelände nicht mehr anders zu helfen wusste. Seit Donnerstag warnt ein Schild: „Ab heute wird abgeschleppt.“ Tatsächlich wurden bereits mindestens zwei Fahrzeuge an den Haken genommen.
ku/nie



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