München - Bei den Spielbanken sieht es düster aus: Die Erträge der neun Casinos in Bayern sind erneut eingebrochen. Schuld daran sind vor allem die privaten Spielhallen, die sich explosionsartig ausbreiten, und das Rauchverbot.
Eine Schließung lehnt das bayerische Finanzministerium, dem die Staatliche Lotterieverwaltung (SLV) untersteht, ab. „Unser öffentlicher Auftrag ist es, die Spielbanken zu betreiben, um ein seriöses und sauberes Spiel zur Suchtprävention anzubieten“, meint Lotterie-Chef Erwin Horak.
Auch die übrigen bayerischen Spielbanken erlitten erhebliche Einbußen. Die empfindlichsten Einbrüche beim Großen Spiel (Roulette, Poker) verzeichnet Garmisch-Partenkirchen mit 22,4 Prozent. Zwar sind die Gesamteinbußen aller Casinos nicht mehr so hoch wie 2008 (28 Prozent), liegen aber immerhin bei 9,2 Prozent. „Unterm Strich rentieren sich die Spielbanken für den Staat aber“, betont Horak. Rund 16 Millionen Euro Spielbankabgabe haben nach seinen Angaben die Spielbanken 2009 weitergereicht. Über elf Millionen gingen davon an die Kommunen. Um weitere Einbrüche zu verhindern, empfiehlt der ORH in seinem Jahresbericht die Zusammenführung der Spielbanken zu einem Betrieb in privater Rechtsform. Derzeit werden sie von der SLV zentral geleitet. So könne man die Abstimmung vereinfachen und sei beim Personal flexibler. Das Finanzministerium hält die private Rechtsform aber für ein falsches Signal für die Sicherung des Staatsmonopols, heißt es im Jahresbericht.
Neben der Wirtschaftskrise macht den Spielbanken auch das Rauchverbot zu schaffen. Nicht zuletzt wegen des Rauchverbots wanderten viele Gäste auch zur Konkurrenz in Tschechien und Österreich ab. Dass die Gäste seit dem 1. August eingeschränkt wieder in der Spielbank rauchen dürfen, habe man sofort am Ertrag gespürt. Mit Sorgen blickt Horak daher auf den Volksentscheid, der das strikte Rauchverbot wieder durchsetzen könnte.
Elisa von Grafenstein



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