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Augsburg: Hasen-Zauber - Kinder dürfen nicht mehr klatschen

Hase aus dem Hut: Kinder dürfen nicht mehr klatschen

Augsburg - Ein Klassiker unter den Zaubertricks ist die Hasen-Nummer. Damit begeistert auch Magier Hardy viele Kinder seit 42 Jahren. Klatschen dürfen sie jetzt aber nicht mehr. Das Augsburger Veterinäramt hat es verboten.

© dpa

Zauberhaftes Gespann: Erhard Smutny alias Hardy und seine Hasendame Micky.

Wenn Hardy einen weißen Hasen aus einer Röhre zaubert, sind seine kleinen Zuschauer hellauf begeistert. Nur zeigen dürfen sie es nicht mehr. Denn so lange Hasendame „Micky“ auf der Bühne umherhoppelt, ist Beifall verboten. „Das Publikum ist vor Beginn der Darbietung darauf hinzuweisen, dass laute Geräusche, zum Beispiel Applaus, zu vermeiden sind.“ Diese Auflage des Augsburger Veterinarämts verärgert Erhard Smutny alias Zauberer Hardy maßlos. „Das ist so ein Quatsch.“ Wie solle er Kindern denn verbieten, zu klatschen, wenn sie sich über den Hasen freuen?

Der Augsburger Magier ist mit seinen Kunststücken ausschließlich in Schulen, Kindergärten und anderen pädagogischen Einrichtungen unterwegs. Und dabei gehört ein gewisser Geräuschpegel einfach dazu. Denn erst wenn die vier- bis zehnjährigen Mädchen und Buben den richtigen Zauberspruch laut aufsagen, hüpft Micky aus der zuvor leeren Röhre. Außerdem seien Tiere eine bestimmte Lautstärke durch Straßenlärm und Musik gewöhnt.

Wie er ins Visier der Behörden geriet, kann sich Smutny gut vorstellen. „Eine Tierschützerin hat ein Plakat von mir und dem Hasen gesehen und sich dann beim Amt beschwert“, vermutet er. Denn kurz zuvor habe er eine böse E-Mail einer Frau erhalten, die ihm Tierquälerei vorgeworfen habe. Kurz darauf standen Mitarbeiter des Veterinäramts vor seiner Tür und wollten sich ein Bild vom Zusammenleben des Zauberers und seines vierbeinigen Helfers machen. „Ich hab’ ja nichts zu verbergen“, betont er. Auch sein Trick mit der Röhre musste der 61-Jährige verraten. Die Behördenvertreter fanden nichts, das gegen den Tierschutz verstößt.

Vor einigen Tagen kam dann der offizielle Bescheid samt Auflagen. Darin heißt es außerdem, dass „die Veranstaltungen dem zuständigen Veterinäramt zwei Wochen vor Beginn anzuzeigen sind“. Oft wird Hardy allerdings kurzfristig in ganz Deutschland gebucht. Außerdem darf Micky nicht bei Temperaturen über 30 Grad auftreten. Smutny versteht die ganzen Vorschriften nicht. „Es ist ein eingewöhntes Tier mit Spezialstall, das nur im klimatisierten Auto reist.“ Außerdem arbeite er bereits seit 42 Jahren mit Hasen auf der Bühne und habe genügend Erfahrung.

Deswegen will er weitermachen wie bisher. „Ich werde sicherlich nicht vor den Aufführungen das Klatschen verbieten.“ Doch die Behörde hat vorgesorgt: „Die Erlaubnis ist stets widerruflich, wenn die genannten Auflagen wiederholt nicht eingehalten werden.“

Janine Tokarski

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