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Fall Kalinka: Kosovare gesteht Entführung des Arztes aus Lindau

Kosovare gesteht Entführung des Arztes

Straßburg/Kempten - Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt weiter im Fall der Entführung eines 74-jährigen deutschen Arztes nach Frankreich.

Kalinka: Sie starb 1982 mit 15 Jahren.

Im Visier der Fahnder sind nach einem ersten Geständnis weitere Mittäter, möglicherweise russischer und französischer Abstammung, die den Mann vor seiner Wohnung bei Lindau entführt und dann gefesselt und geknebelt nahe einem Gericht in Mülhausen abgelegt haben.

Der entführte Arzt Dieter K. aus Kempten war in Frankreich wegen der fahrlässigen Tötung seiner 15-jährigen Stieftochter im Jahr 1982 verurteilt worden. Als Strafmaß legten die Richter 1995 eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren fest. Der Mann war jedoch nie nach Frankreich ausgeliefert worden, obwohl gegen ihn nach Angaben der deutschen Botschaft ein europäischer Haftbefehl erlassen wurde. Die deutschen Behörden hatten ein Verfahren eingestellt, weil die Todesursache nicht zu ermitteln war.

Der am Kopf verletzte Mann wurde nach französischen Polizeiangaben von Dienstag vorläufig festgenommen. Er werde in den nächsten Tagen der Justiz in Paris überstellt, teilte die deutsche Botschaft mit.

Zwischenzeitlich hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kempten ein 38-jähriger Mann aus dem Kosovo gestanden, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Die Polizei vermutet, dass der leibliche Vater des Mädchens hinter der Aktion steckt. Der 72-jährige Franzose kämpft seit Jahren für die Auslieferung des Arztes nach Frankreich und wurde am Dienstag ebenfalls festgenommen.

Der leibliche Vater des Mädchens ist überzeugt, dass der Stiefvater seine Tochter 1982 in Lindau am Bodensee vergewaltigen wollte und ihr eine tödliche Spritze gab. Bei der Obduktion wurden Genitalverletzungen festgestellt.

Der Arzt war 1997 - zwei Jahre nach seiner Verurteilung in Frankreich - in Kempten wegen Vergewaltigung einer unter Narkose stehenden 16-jährigen Patientin zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte ihr zwei Beruhigungsspritzen gegeben und sich nach einer Magenspiegelung an dem wehrlosen Mädchen vergangen.

dpa

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