Eine Frau wurde vergewaltigt, eine andere lag im Koma: Jetzt konnte die Polizei die zwei Tatverdächtigen festnehmen, die in Bad Reichenhall mit dem Betäubungsmittel „GBL“ beinahe zwei junge Mädchen getötet hätten.

© dpa
Gefährliche Mixtur: Die Droge GBL wird häufig in alkoholischen Getränken untergemischt.
Die beiden Männer haben Anfang September zwei junge Mädchen in Bad Reichenhall (Kreis Berchtesgadener Land) in Lebensgefahr gebracht, weil sie ihnen in alkoholischen Getränken GBL verabreicht haben. Bei GBL (Gamma-Butyrolacton) – besser bekannt als „K.o.-Tropfen“ – handelt es sich um eine Industriechemikalie, die als Lösungsmittel zum Entfernen von Farbresten oder als Reinigungsmittel verwendet wird. Der menschliche Körper wandelt die Substanz in „GBH“ um, das auch „Liquid Ecstasy“ genannt wird.
Nach der Einnahme von GBL musste ein 17-jähriges Mädchen zweimal reanimiert werden und lag mehrere Tage im Koma. Zwei Tage zuvor wurde eine 16-Jährige vom Notarzt behandelt. Sie war knapp sechs Stunden bewusstlos. Bei ihr hat sich später der Verdacht bestätigt, dass sie vergewaltigt wurde. Ein drittes Opfer hat sich jetzt gemeldet. Sie musste im bewusstlosen Zustand ins Krankenhaus gebracht werden.
Ebenfalls Mitte 2008 waren 2800 Polizisten bei einer Groß-Razzia in Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Unter anderem flog Walter G. aus Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck) auf, der im großen Stil Liquid Ecstasy übers Internet verbreitete. Bei dem 38-Jährigen und seinem Komplizen wurden mehrere Tonnen Chemikalien entdeckt. Der Abtransport per Lkw dauerte zwei Tage. Walter G. wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt.
von Anne Kunze



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