Paris - Die Pariser Behörden bleiben im Fall des gewaltsam nach Frankreich entführten deutschen Arztes hart. Beschwerden der Bundesregierung gegen die Verhaftung des Mannes blieben bislang folgenlos.

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Dieter K. ist weiter im Gefängnis.
Dieter K. droht nun innerhalb der nächsten Monate ein neues Verfahren. Neue Regeln in Frankreich sehen vor, dass die alte Strafe nicht vollstreckt werden darf. Die 15-jährige Kalinka hatte den Sommer 1982 mit ihrer Mutter und deren neuem Partner, dem Arzt, in Lindau am Bodensee verbracht.
Der Vater ist überzeugt, dass der Mediziner seine Tochter dort vergewaltigen wollte und ihr eine tödliche Spritze gab. Bei der Obduktion des Mädchens wurden Genitalverletzungen festgestellt. 1997 wurde Dieter K. auch in Deutschland wegen einer Sexualstraftat verurteilt. Ein Gericht in Kempten verhängte zwei Jahre Haft auf Bewährung gegen ihn, weil er eine 16-Jährige mit Schlafmitteln ruhig gestellt und vergewaltigt hatte.
Die deutsche Justiz hatte ein Ermittlungsverfahren gegen den Arzt im Fall der 15-jährigen Kalinka eingestellt. Sie lehnte ein französisches Auslieferungsgesuch daher ab. Mehrere europäische Gerichte hatten das französische Gerichtsverfahren kritisiert, weil der Angeklagte nicht anwesend war. Die Ablehnung der Auslieferung hindere Frankreich nicht daran, die Strafverfolgung gegen Dieter K. weiter zu betreiben, wenn sich die Gelegenheit dazu biete, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin.
Ein Sprecher betonte zugleich, dass man in der Vergangenheit mit dem wichtigen Partnerland im Bereich des Rechts immer reibungslos zusammengearbeitet habe. “Im Rahmen dieser vertrauensvollen bilateralen Zusammenarbeit sprechen wir dieses Problem an.“ Die deutsche Botschaft in Paris hat wegen des Falls bereits im französischen Außenministerium vorgesprochen.
Der Leiter der Konsularabteilung habe den Standpunkt der Bundesregierung dargestellt, sagte ein Sprecher. Diese fordert die Freilassung des Deutschen und die Einhaltung entsprechender Rechtshilfevorschriften. Das französische Außenministerium wollte sich nicht äußern.
dpa



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