München - Schneefall hat am Dienstagmorgen den Verkehr in Oberbayern auf vielen Straßen zum Erliegen gebracht. Es gab zahlreiche Unfälle, eine Frau starb im Landkreis Ebersberg. Zum Problem wurden vor allem die behäbigen Lastwagen.

© Gaulke
Am Glonner Berg blieben mehrere Sattelzüge hängen. Erst nach einer Stunde gelang die Weiterfahrt.
Abgesagte Flüge, defekte U-Bahnen, schneeglatte Straßen, gestresste ADAC-Pannenhelfer - der Dauerfrost sorgt in Bayern auch nach einer Woche noch für Behinderungen. Auf dem Münchner Airport wurden am Dienstag Flüge annulliert, auf Autobahnen und Bundesstraßen ereigneten sich bei Schneefall etliche Unfälle.
Das Bild, das sich am Dienstag auf der A8 bei Teisendorf bot, war typisch für diesen winterlichen Morgen: Ein Lastwagen steht quer auf der Straße, niemand kommt mehr vorbei. "Wir hatten 13 Behinderungen in unserem Gebiet, der Großteil davon waren querstehende Lastwagen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. "Die bleiben an den Steigungen hängen und haben leider oft auch noch schlechte Reifen." Besonders auf der B11 bei Wolfratshausen habe sich dieses Problem gehäuft.
In den neun Landkreisen, die das Präsidium Oberbayern Süd umfasst, habe es am Dienstagmorgen von 6 Uhr bis etwa 10 Uhr 11 Unfälle mit verletzten Personen und 67 Unfälle mit Sachschaden gegeben. Keiner der Verletzten schwebt nach jetzigen Erkenntnissen in Lebensgefahr.
Der schwerste Unfall passierte im Landkreis Ebersberg bei Zorneding. Eine Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen und starb wenig später im Krankenhaus. Nach Angaben eines Sprechers des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord gab es zwischen 5 Uhr und 9.30 Uhr 15 weitere Unfälle mit verletzten Personen und 61 Kollisionen, bei denen ein Sachschaden entstand. Am Glonner Berg blieben ab 9 Uhr zahlreiche Lastwagen hängen. Erst, als nach einer Stunde ein Streufahrzeug vorbei kam, konnten die Lastwagen weiterfahren.
In Germering sorgte ein Bus für Verkehrschaos: Er blieb mitten auf der Kreuzung stehen - und blockierte zwei Stunden lang den Verkehr.
Auch in der Landeshauptstadt staute sich der Verkehr. Zwischen 5 Uhr und 10 Uhr habe es vier Unfälle mit verletzten Personen und 60 Unfälle mit Sachschaden gegeben, berichtete die Polizei.
Der Bus- und Straßenbahnverkehr konnte die Straßen am Vormittag kaum entlasten: Bei leichtem Schneefall kam es zu Verzögerungen auf allen Linien. Grund seien Staus. Zudem fielen viele U-Bahnen aus, die Züge waren teilweise derart überfüllt, dass Fahrgäste nicht mehr zusteigen konnten. Wegen Schäden seien 70 Züge der ältesten und der neuesten Generation zusätzlich in der Werkstatt, erklärte der Sprecher der Verkehrsgesellschaft MVG.
Auch andere bayerische Städte blieben von Unfällen nicht verschont: Bei einer Karambolage in einem Regensburger Autobahntunnel sind am Dienstag fünf Menschen verletzt worden. Insgesamt sollen sieben Fahrzeuge, darunter ein Lastwagen beteiligt sein, teilte die Polizei mit. Die A93 musste am Dienstagmittag in Fahrtrichtung München komplett gesperrt werden.
In Niederbayern durchbrach ein Sattelzug eine Mittelleitplanke auf der A3 bei Straubing. Weder der 54-jährige Fahrer noch andere Verkehrsteilnehmer wurden verletzt, wie das Polizeipräsidium Niederbayern mitteilte. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 100.000 Euro. Beide Fahrspuren in Richtung Passau sowie die Überholspur in Richtung Regensburg waren für die Bergungsarbeiten mehrere Stunden lang gesperrt.
mm/dpa



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