München - Nach jahrelangen Protesten von Umweltschützern und Landwirten stoppt die Staatsregierung den Versuchsanbau von genetisch veränderten Pflanzen auf freiem Feld in Bayern.

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Noch am 2. Februar hatten Demonstranten am Kloster Andechs gegen den Anbau von Gen-Mais protestiert.
Vom kommenden Jahr an werde der Freistaat die Forschung reduzieren und diese auf Gewächshäuser begrenzen, kündigte Umweltminister Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung an. Die Verbreitung von Genpollen in der Natur soll damit ausgeschlossen werden. Erforscht werden sollen künftig ausschließlich Sicherheitsfragen. Eine seit zehn Jahren laufende Versuchsreihe an vier Standorten in Bayern wird heuer beendet. "Unser Ziel ist und bleibt, ein gentechnikfreies Bayern zu entwickeln", sagte Söder. "Wir wollen Frieden auf den bayerischen Feldern haben." SPD und Grüne warfen Söder Unglaubwürdigkeit vor.
Stoppen will Söder auch neue Genanbauversuche, die das Bundessortenamt in Bayern starten will. Die Behörde untersteht Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). "Wir sagen dem Bund ganz klar: Hände weg von Bayern", sagte Söder. Zwei geplante Versuche in Kitzingen und auf einem Gelände der Technischen Universität München in Fürstenfeldbruck seien bereits abgeblasen. Dritter angedachter Standort ist Erding. Neben dem Bundessortenamt haben auch Bauern künftig noch die Möglichkeit, Genpflanzen anzubauen. Grund ist, dass der Freistaat vom Bund zugelassene Pflanzen nicht einseitig verbieten kann.
SPD-Umweltsprecher Ludwig Wörner sagte, Söder hätte bereits in seinem früheren Amt als Europaminister für ein gentechnikfreies Bayern kämpfen können. "Aber damals hat es ihn offenbar nicht interessiert." Die Landags-Grünen warfen Söder Scheinheiligkeit vor. Die CSU habe im Bundestag noch im November die Forderung abgelehnt, die Entscheidung über Gentechnikanbau den Regionen zu überlassen, kritisierte Fraktionschef Sepp Daxenberger.
lby



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