Brannenburg - Seit 350 Jahren gibt es die Wallfahrt zur Schwarzlack bei Brannenburg - sie führt über das Gelände einer Privatschule. Doch vor kurzem hat der Besitzer den Weg gesperrt. Das stellt nicht nur Pilger vor Probleme.

Das Schild verwehrt Wanderern den Zutritt
Einer der beliebtesten Wege zu der malerischen Wallfahrtskirche Schwarzlack im Kreis Rosenheim beginnt gleich hinter der Wendelsteinhalle und führt vorbei an Schloss Brannenburg mit der dort untergebrachten privaten Real- und Fachoberschule samt Internat. „Geschlossenes Privatgelände – Zutritt nur für Berechtigte – kein öffentlicher Durchgang“, so heißt es auf dem Schild, das neuerdings den Zugang zum Gelände des Schlosses verwehrt. Darunter ein Hinweis, dass offizielle kirchliche Veranstaltungen in Schwarzlack davon ausgenommen sind. Seit Grundstücksbesitzer und Schuldirektor Hans Zuber den beliebten Weg, der in allen gängigen Wanderkarten verzeichnet und Bestandteil des ausgeschilderten örtlichen Wanderwegenetzes ist, gesperrt hat, häufen sich die Beschwerden bei Gemeinde und Verkehrsamt. Doch dort sieht man keine Möglichkeit zu helfen: Da der Weg über Privatgelände verläuft, sei der Handlungsspielraum der Gemeinde begrenzt, bedauert Bürgermeister Mathias Lederer. Er versichert, die Gemeinde sei auf der Suche nach einer Lösung.
Auch die Pfarrei Brannenburg hofft auf ein gütliches Einvernehmen. Der Kreuzweg zur Wallfahrtskirche habe eine jahrhundertealte Tradition, so Pfarrer Bernhard Bielasik. Er habe ebenfalls ein Gespräch mit Direktor Hans Zuber geführt. Inzwischen hat die Pfarrei sogar das Ordinariat eingeschaltet. Dort prüft nun die Rechtsabteilung, ob es eine juristische Handhabe gibt. Bis dahin ist der Weg zur Schwarzlack beschwerlich.
Maria Stuffer-Chunphetch



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