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Tourismus in Bayern ist krisenfest

Tourismus in Bayern ist krisenfest

München –Bayerns Tourismus-Branche befindet sich weiter auf Erfolgskurs. Der Freistaat bleibt mit Abstand die Nummer eins in Deutschland. Laut Minister Zeil ist der Boom vor allem einer Entscheidung zu verdanken.

Selbst das miese Sommer-Wetter konnte Martin Zeil die Jahresbilanz nicht verhageln. „Ich rechne fest damit, dass wir 2011 wieder einen neuen Gästerekord erzielen werden“, strahlte der FDP-Minister gestern bei der Pressekonferenz des Deutschen Tourismusverbands (DTV). Von Januar bis August zählte die Branche fast 20 Millionen Ankünfte in Bayern, knapp neun Millionen davon allein in Oberbayern. Das ist ein sattes Plus von 5,4 Prozent – obwohl bereits 2010 ein Rekordjahr war.

Für Zeil, der lange und hart um den reduzierten Mehrwertsteuersatz für das Hotel- und Gaststättengewerbe gerungen hatte, ist das auch ein persönlicher Erfolg. „Die positive Gesamtsituation unterstreicht eindrucksvoll, wie erfolgreich dieser Schritt war.“ Eine erneute Debatte um das Steuergeschenk oder gar die Einführung kommunaler Bettensteuern würde er am liebsten im Keim ersticken. „Ich erteile jeder Verschlechterung der Rahmenbedingungen eine klare Absage.“

Der Präsident des DTV, Reinhard Meyer, verlangte von der Politik vor allem „Verlässlichkeit“. Er erkenne zwar an, dass die finanzielle Lage vieler Kommunen angespannt sei, „wir lehnen aber jedes Modell von einer Bettensteuer ab, bei denen Gelder gesammelt werden, die in kommunalen Haushalten verschwinden“. Ein zweckgebundenes Konzept könne er sich hingegen vorstellen.

Für Meyer liegen die Gründe des Erfolgs „vor allem in der hervorragenden Infrastruktur, dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und neuen Angeboten, die sehr zielgruppenspezifisch sind“.

Der Tourismus sei als nicht-exportabhängige Branche eine robuste und enorm wichtige Größe für die Wirtschaft, erläuterte die DTV-Vizepräsidentin Gabriele Weishäupl. Für München rechne sie bis zum Jahresende mit dem neunten Rekordjahr in Folge. Die herausragende Stellung der Landeshauptstadt im bayerischen Tourismus unterstrich sie mit ihren Eingangsworten: „Der Leuchtturm sagt Grüß Gott.“

Trotz der Feierstimmung warnten die Touristiker jedoch vor einer nahenden Gefahr: Der Fachkräftemangel vor allem in ländlichen Gebieten entwickle sich zunehmend zu einem Problem. Gerade in industriell schwach entwickelten Gegenden komme dem Tourismus als Einnahmequelle und Beschäftigungsfaktor eine große Bedeutung zu. Gut ausgebildete Fachkräfte ziehe es aber vermehrt in die Städte. Die Service-Qualität gerate in Gefahr. Zeil forderte daher ein „international wettbewerbsfähiges Zuwanderungssystem“, um den drohenden Mangel zu bekämpfen.

Thomas Schmidt

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