Berlin - Die Techniker im schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima werden nach Einschätzung eines Wissenschaftlers noch Monate gegen eine Kernschmelze kämpfen müssen.

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Die Arbeiter im AKW Fukushima.
Die Aussage der japanischen Regierung, dass die Kernschmelze gestoppt sei, ist nach Sailers Einschätzung eine Meldung von begrenzter Gültigkeit. Der Fund von Plutonium an fünf Stellen in Fukushima bedeute, dass die Brennstäbe sehr, sehr heiß seien. “Also entweder knapp unter der Kernschmelze oder in der Kernschmelze, weil Plutonium geht erst bei sehr hohen Temperaturen raus“, sagte der Chemiker Sailer dem Sender.
Anzeichen für eine Besserung der Lage gebe es nach wie vor nicht. “Sie wird irgendwie auf einem gewissen Level gehalten, weil ja die Kühlung öfters klappt“, sagte Sailer. “Das Grundproblem ist: Wenn einer der Reaktoren oder eines der Brennelement-Lagerbecken noch mal massiv Radioaktivität freisetzt, so dass die Leute auf dem Gelände nicht weiter arbeiten können, weil die Strahlung tödlich ist, dann geraten auch wieder die anderen Einrichtungen außer Kontrolle.“
Sailer geht davon aus, dass die Techniker in dem Atomkraftwerk selbst nicht wissen, in welchem Zustand sich der Reaktorkern befindet. “Das Problem ist ja, dass man mit den Instrumenten, die noch funktionieren, keine Aussage machen kann, ob sie knapp unter oder knapp über der Kernschmelze sind.“ Die Techniker bewegten sich praktisch “im Blindflug“.
Die Techniker und die Behörden wüssten wahrscheinlich auch nicht, ob die Reaktorhüllen beschädigt seien. Es gebe auf jeden Fall aber “Undichtigkeiten oder offen stehende Leitungen“. “Die einzige Frage für mich ist: Wie groß sind die Undichtigkeiten?“
dpa



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