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Kabarettistin Monika Gruber über ihre neue Sendung „Leute, Leute!“ und ihre Abneigung zu Glitzerwelt-Events

Die Außerirdischen vom Roten Teppich

München - Die Kabarettistin Monika Gruber spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über ihre neue Sendung „Leute, Leute!“ und ihre Abneigung zu Glitzerwelt-Events.

© ZDF

Ab Dienstag eine ZDF-Frontfrau: Die Erdingerin und „Queen of Boulevard“ Monika Gruber präsentiert um 22.15 Uhr ihre neue Talkshow „Leute, Leute!“.

Sie macht Kabarett, steht als Schauspielerin für Serien („München 7“) und Kinofilme („Eine ganz heiße Nummer“) vor der Kamera – und bekommt nun ihre eigene Fernsehsendung. Heute um 22.15 Uhr hat Monika Gruber Premiere als Frontfrau des neuen ZDF-Formats „Leute, Leute!“. „Hart, herzlich und humorvoll“, so verspricht der Mainzer Sender, nehme die 40-jährige Erdingerin „die Welt der Promis aufs Korn“. Einmal monatlich tritt die „Queen of Boulevard“, wie sie Kollege Urban Priol bereits respektvoll titulierte, künftig vor das Studio- und Fernsehpublikum. Ihre Soli werden ergänzt durch Schnipsel aus realen Boulevardmagazinen und durch Beiträge, die Reporter direkt von den roten Teppichen zuliefern. Gäste dieser Ausgabe sind Maren Kroymann und Oliver Kalkofe.

Sie müssen sich künftig mit Stars und Sternchen und „süßen Geheimnissen“ beschäftigen. Haben Sie keine Angst, selbst Teil dieser Gesellschaft zu werden?

Nein, die Gefahr besteht deshalb nicht, weil ich zu den klassischen Red-Carpet-Events gar nicht gehe. Das ist eine andere Welt, die mich mehr oder weniger befremdet – meistens mehr! Ich sehe das als Beobachterin und finde es eher amüsant. Das ist eine schöne Abwechslung wie eine romantische Liebeskomödie, die ich mir zwischen französischen Problemfilmen mit tschechischen Untertiteln immer wieder gern anschau’.

Sie müssen nicht in die Szene eintauchen, um an Geschichten zu kommen?

Nein, ich schaue aus sicherer Entfernung auf diese Außerirdischen, denke mir meinen Teil dazu und hoffe, dass diese Gedanken auch lustig sind.

Dann unterscheidet Sie ja kaum etwas von den Damen, die beim Friseur die „Bunte“ und „Die Aktuelle“ lesen...

Mei, die armen Damen! Viele meinen ja, dass das alles eins zu eins stimmt, was da drinsteht. Wahnsinn, wie die Leut’ da manipuliert werden. Auch da wollen wir den Finger drauflegen: Hört zu, ihr werdet ganz schön verarscht!

Wie aktuell können Sie sein, wenn Sie nur zehn Mal im Jahr dran sind? Die „heute show“ läuft erst richtig gut, seit das ZDF die Frequenz auf einmal wöchentlich erhöht hat.

Wobei die Politik wesentlich mehr Stoff hergibt als der Boulevard. Ich glaube, „Leute, Leute!“ ist einmal monatlich schon gut platziert. Ich würde mich schwertun, Woche für Woche genug Themen zusammenzubringen.

News sind News. Und die Trennung von Heidi Klum und Seal wird nach vier Wochen nicht mehr Thema sein können...

Das war vom Timing her blöd, gell?! Da hab’ ich mich geärgert! Jetzt haben die so lange ausgehalten, da hätten s’ auch noch a paar Tag’ länger warten können. Aber zu dieser Geschichte muss man vielleicht einen anderen Dreh finden, vielleicht die Berichterstattung darüber aufs Korn nehmen. Oder sich eingestehen, dass Heidi und Seal irgendwann eben nur noch einen Zweizeiler hergeben.

Sie machen viel für das Bayerische Fernsehen. Frank Markus Barwasser alias Erwin Pelzig musste, als er zum ZDF ging, dem BR Servus sagen...

Ich nicht! Ich habe gesagt, dass ich gerne beides machen würde, nur dann würde ich bei „Leute, Leute!“ zusagen. Und der BR war einverstanden. Ich mache also mit Bruno Jonas und Rick Kavanian weiterhin die „Klugscheißer“. Außerdem wird mein Soloprogramm Ende des Jahres fürs Bayerische Fernsehen aufgezeichnet. Der BR ist mein Heimatsender, an den ich durch meine Soloprogramme schon rein sprachlich gebunden bin. Und dabei bleibt’s auch.

Könnte das, was Sie bei „Leute, Leute!“ behandeln, auch Thema eines Kabarettprogramms werden?

Ich glaube nicht. Auf der Bühne interessiert mich nicht die Glitzerwelt, sondern mein Umfeld, echte Menschen, die mich in meinem Alltag bewegen und beschäftigen.

Sie haben den Fernsehzuschauern im Herbst einen gehörigen Schrecken eingejagt mit dem Blackout bei Ihrem Solo in „Wetten, dass...?“. Was war da passiert?

Dieses Solo hatte ich eigens für „Wetten, dass...?“ geschrieben, für ein Millionenpublikum, entsprechend nervös war ich natürlich. Hinzu kam, dass ich bis zuletzt an der Nummer herumgebastelt habe, weil das ZDF der Meinung war, dass ich einen Gag über einen anderen Gast nicht bringen könne, weil der überhaupt keinen Spaß versteht. Und da habe ich gesagt: Gut, dann müsst Ihr mir zur Sicherheit einen Spicker hinstellen. War kein Problem, in der Probe hat auch alles wunderbar geklappt. Abends komme ich raus, der Teleprompter steht da und ist an – da schiebt ihn jemand ein paar Zentimeter zur Seite und schaltet ihn dabei aus Versehen aus. Und ich stehe da!

Keine Erinnerung mehr?

Klar habe ich blitzschnell überlegt: Kommst Du auch so durch die Nummer? Aber was ist, wenn ich weiter hinten hänge? Dann wird’s peinlich. Also habe ich mich entschlossen, gleich was zu sagen. Und als der Monitor wieder lief, bin ich ja auch schnell wieder reingekommen in den Text. Mir war klar, dass ich mich dafür prügeln lassen muss. Aber dafür weiß ich jetzt, dass es besser ist, sich nur auf seinen Kopf zu verlassen. Mich kann jedenfalls live vor Publikum nichts mehr schocken. Es sei denn, ich würde auf die Bühne kommen und feststellen, dass ich nichts anhabe. Aber selbst das wäre nicht so schlimm! (Lacht.)

Das Gespräch führte Rudolf Ogiermann.

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