020.05.10|Kultur|Kultur|
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München - Nach 15 Jahren Vorlaufzeit ist es endlich soweit: Alberto Alessi blickt mit seiner neuen Sammlung in der Pinakothek der Moderne in die Geschichte und formt die Zukunft.

Alberto Alessi (re.) und Alessandro Mendini zwischen Schaustücken von Aldo Rossi (li., Mi.) und Philippe Starck.
„Wir wollen Objekte mit einer Seele finden.“ Das sagt ein zierlicher italienischer Signore in der Bibliothek der Neuen Sammlung (Design) - in feinem Deutsch. Alessandro Mendini (Jahrgang 1931), der wie kein anderer das italienische Design geprägt hat, ist der Kurator der Ausstellung „Oggetti e progetti - Alessi: Storia e futuro di una fabbrica del design italiano“. Nach 15 Jahren voller Gespräche und Lock-Versuche von Florian Hufnagl, Chef des Design-Museums, ist es in dessen Räumen in der Pinakothek der Moderne so weit: „Objekte und Projekte“ der weltberühmten und weltweit vernetzten oberitalienischen Firma Alessi aus dem kleinen Crusinallo beim Orta-See (in der Nähe des Lago Maggiore) wurden wunderbar erfrischend für München inszeniert - eine veritable Commedia dell’arte des Designs.
Wer diese historische Ehrenformation abschreitet, wird alte Bekannte treffen: den standfesten Wasserkessel mit dem Vogelpfeiferl am Schnabel (1985, Michael Graves), den Draht-Obstkorb (seit 1948!), Starcks hochbeinige Zitronenpresse (1990), die Plastik-Klobürste, die wie eine Pflanze aus dem Topf sprießt (1993, Stefano Giovannoni), oder Mendinis lustige Korkenzieher-Männlein von 2003, die er mit allerliebsten -Weiblein versorgt - ab jetzt. Das Jetzt ist für Mendini und den aktuellen Firmenpatron Alberto Alessi (Jahrgang 1946) lediglich der Beginn der Zukunft. Diese kann nur gemeistert werden, wenn wie bisher immer wieder frische Einfälle ausprobiert werden. Dabei warten weder die vielen in der Firma tätigen Alessis noch Mendini einfach ab, was kommt, sondern stoßen Ideen an. Künstler, Architekten und Designer werden gebeten, zu bestimmten Themen Entwürfe abzuliefern.
von Simone Dattenberger
22. Mai bis 19. September
Telefon 089/ 23 80 53 60, Katalog: 35 Euro.

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