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Monika Gruber: Kabarettistin wird zur "Queen of Boulevard"

Monika Gruber wird zur "Queen of Boulevard"

München - Scharfzüngig, so lieben die Zuschauer Monika Gruber. Erbarmungslos nimmt sie den Alltag aufs Korn. Nun geht es Promis an den Kragen - in der ZDF-Satiresendung “Leute Leute“.

© dpa

Kabarettistin Monika Gruber ist kurz vor dem Start ihrer Satiresendung "Leute Leute".

Monika Gruber als “Queen of Boulevard“: In ihrer neuen Satiresendung “Leute, Leute“ will die bayerische Kabarettistin künftig Prominente aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft durch den Kakao ziehen. Am 21. Februar um 22.15 Uhr startet das ZDF die monatliche Show. Gruber weiß schon, wer ihre scharfe Zunge und ihren trockenen, bisweilen derben Humor zu spüren bekommen soll: Die Themen könnten von der “Causa Wulff“ bis zum Dschungelcamp reichen. “Jeder, der sich gerne auf dem roten Teppich zeigt, ist natürlich ein gern genommenes Opfer“, erklärt die 40-Jährige. Besonders interessiere sie aber, was unter den Teppich gekehrt werde.

“Wir werden alle Boulevardmagazine plündern“, verspricht ZDF-Redakteur Stephan Denzer. Bei der Berlinale seien bereits die ersten Reporter im Einsatz, natürlich abgestimmt mit dem ZDF-Promi-Format “Leute heute“. Probleme mit Grubers Dialekt erwartet man beim ZDF nicht - sie selbst verspricht ein gepflegtes “Dallmayr-Bayerisch“: “Das ist so ein getuntes Bayerisch, das in gehobenen Kreisen gesprochen wird.“

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Allerdings gehört Monika Gruber schon selbst zu den Prominenten der Kabarett-Szene - auch als Schauspielerin ist sie spätestens durch den Kinoerfolg “Die ganz heiße Nummer“ bekannt. Dennoch ist sie überzeugt, Distanz zu den Berühmtheiten wahren zu können, die sie persiflieren will. “Ich gehe zu so Society-Geschichten nicht hin“, betont sie. Ausnahme seien Premieren von Filmen, in denen sie mitgespielt habe, “weil das ganze Team da ist und weil man monatelang zusammengearbeitet hat. Aber zur Eröffnung von jeder Puderdose, da gehe ich nicht hin.“ Kabarettist Urban Priol schätzt ihren Blick auf die Promiwelt bereits und erkor sie zur “Queen of Boulevard“.

Trotz ihres Erfolges wirkt die Kabarettistin immer noch sehr bodenständig - was auch an ihrer Herkunft liegen mag. Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof im kleinen Tittenkofen bei Erding - eine brave Schülerin, die nie aufgemuckt, aber immer schon gerne Späße getrieben habe. “Ich war die einzige in meiner Klasse, die richtig krachert bayerisch gesprochen hat. Ich war die einzige, die am ersten Schultag im Dirndl ankam und mit Schweinslederschulranzen und Hornbrille auf der Nase“, erinnert sie sich. “Insofern war ich optisch ein bisschen der Ausbüchser und habe versucht, mich durch Späße beliebt zu machen.“

Inzwischen weiß Gruber, dass zum professionellen Späße machen mehr gehört als gute Ideen, Schlagfertigkeit und Witz. “Es ist trotzdem ein Beruf, wo man sehr diszipliniert sein muss und auch manchmal hart zu sich selber“, sagt sie. Grippe im Anflug oder schlechte Laune? Geht nicht, schließlich wartet das Publikum. “Die freuen sich auf einen Abend mit Dir, also Hacken zusammen, rauf auf die Bühne und bereite ihnen einen schönen Abend.“ Der Lohn für die Mühe: Euphorie, wenn es gut läuft. “Das ist sehr emotional und alles, was emotional ist, kostet viel Kraft, macht einen verletzlich und angreifbar, aber es macht einen auch empfindsamer und sensibler für viele Sachen.“

2013 will die umtriebige Kabarettistin, die demnächst in Franz Xaver Bogners Kultserie “München 7“ im ARD-Vorabend mitspielt, deshalb kürzer treten. Ihr aktuelles Soloprogramm “Wenn ned jetzt, wann dann!“ dreht sich um den Bau eines Hauses, ihres Hauses, das bald fertig sein wird. Damit laufe auch das Programm Ende des Jahres aus. “Dann mache ich 2013 tatsächlich eine Bühnenpause, um wieder ein bisschen Kraft zu tanken, um mal wieder zu leben.“

Ihre Pläne: Sich treiben lassen, reisen, Freunde treffen und neue Erfahrungen sammeln. Das ganz normale Leben also, auch wenn Gruber nicht mehr völlig unbehelligt durch die Gegend laufen kann, weil sie immer wieder von Fans angesprochen wird. Probleme hat sie damit aber nicht, das sei Teil des Berufs. “Prominente, die sich beschweren, sind Heuchler, man macht das ja, um einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen. Deshalb läuft es ja gut und man kann davon leben“, findet sie. “Da muss man dankbar sein und die Klappe halten. Und Ruhm - mein Gott - ich bin ein bisschen bekannt, aber das hat nichts mit Ruhm zu tun.“

dpa

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