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Festival am Lido: Italien gegen die Übermacht USA

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030.08.10|Kultur|Kultur|
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Artikel: Festival am Lido: Italien gegen die Übermacht USA

Der Lido gleicht in diesem Jahr einer Werkstatt. Die 67. Ausgabe des ältesten Filmfestivals der Welt sollen jene Regisseure prägen, „die mit all dem experimentieren, was die Sprachen der zeitgenössischen visuellen Kunst so bieten können“.

© dpa

Der amerikanische Ressigeur Quentin Tarantino sitzt am 20.05.2009 bei einer Pressekonferenz in Cannes. Das Jury-Votum am Ende des Festivals dürfte auch deshalb mit besonderer Spannung erwartet werden, weil der der amerikanische Starregisseur Quentin Tarantino ("Pulp Fiction", "Kill Bill") das Gremium leitet.

 Das zumindest verspricht der künstlerische Direktor des Festivals von Venedig, Marco Müller – ein breites Programm mit unbekannteren Größen im Kampf um den Goldenen Löwen. Klar ist, dass das US-Kino mit einem Viertel der 24 Filme den Wettbewerb dominieren dürfte. Dagegen kämpft auch der deutsche Regisseur Tom Tykwer an, der seinen jüngsten Streifen „Drei“ mit Sophie Rois und Sebastian Schipper am Lido in das Rennen schickt.

23 Wettbewerbsfilme aus 12 Nationen sind längst bekannt, ein Überraschungsstreifen wird noch am 6. September mitten im Festival, das vom 1. bis 11. September dauert, angekündigt. Am Lido macht man es mal wieder mal spannend. Im vergangenen Jahr gesellten sich während des Festivals gleich zwei Filme noch dazu. Das 2010er-Programm wird von Experten vor allem als ein Wettkampf zwischen Italien und den USA eingeordnet, da das Gastgeberland mit vier Filmen präsent ist, darunter etwa Saverio Costanzos „La solitudine dei numeri primi“ (Die Einsamkeit der Primzahlen) mit Isabella Rossellini. Allerdings: In den letzten Jahren enttäuschten die Filme aus dem Berlusconi-Land.

Einiges spricht für amerikanische Akzente am Lido, auch wenn diesmal das Warten der Fans auf Superstars wie George Clooney enttäuscht wird. Dafür dürfte Dustin Hoffman den Lido aufmischen, er ist im kanadisch-italienischen Film „Barney’s Version“ von Richard J. Lewis zu erleben.

Mit einem Paukenschlag wird das Festival am Mittwoch eröffnet, mit Darren Aronofskys „Black Swan“. Sein Psychothriller mit Natalie Portman und Vincent Cassel um eine Intrige im New Yorker Ballettmilieu geht mit Ambition auf einen zweiten Löwen in den Ring: Aronofsky hatte 2008 mit dem „Wrestler“ Mickey Rourke triumphiert. Das Jury-Votum am Ende des Festivals dürfte auch deshalb mit besonderer Spannung erwartet werden, weil der amerikanische Regisseur Quentin Tarantino („Pulp Fiction“, „Kill Bill“) das Gremium leitet.

„Jung und spritzig“ sei der Lido-Jahrgang 2010, sagt der künstlerische Chef Marco Müller, das Durchschnittsalter der Regisseure liege bei 47 Jahren. Widerspruch solle das Festival beseelen. Dafür könnte „Somewhere“ von Sofia Coppola („Lost in Translation“) heuer sorgen, aber auch Julian Schnabel mit „Miral“ oder das jüngste Werk „Potiche“ des französischen Erfolgsregisseurs François Ozon.

Der Dokumentarfilm „Atom“ von Markus Löffler und Andrée Korpys sowie der Trickfilm „The External World“ von David Oreilly vertreten Deutschland in der Sektion „Orizzonti“ (Horizonte), in der es traditionell um die neuen Tendenzen des internationalen Films geht. Den Ehrenlöwen für sein Gesamtwerk erhält bei der 67. Ausgabe des Festivals der asiatisch-amerikanische Regisseur und Produzent John Woo („Mission Impossible“).

Nicht weniger als 27 Streifen bietet man am Lido außerhalb des Wettbewerbs, davon 23 in Weltpremiere. Mit Spannung erwartet wird hier unter anderem Julie Taymors Verfilmung von Shakespeares „The Tempest“ (Der Sturm) mit Oscarpreisträgerin Helen Mirren in der Hauptrolle. Dieser Film beschließt das Festival. Auch Ben Afflecks Agenten-Movie „The Town“ sowie der in den USA produzierte Thriller „Machete“ mit Danny Trejo, Jessica Alba und Robert de Niro sollen für Glanz und Star-Glamour sorgen – dies allerdings außer Konkurrenz.

Hanns-Jochen Kaffsack 

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